Webanalyse mit Piwik/Matomo – eine Alternative zu Google Analytics?

Wer im digitalen Zeitalter eine erfolgreiche Webseite betreiben will, kommt nicht um die Nutzung eines Webanalyse Tools herum. Mit einem solchen Tool können Betreiber Bewegungen und Aktionen von Webseitenbesuchern festhalten und auswerten und ihre Seite entsprechend anpassen. So lassen sich erfolgreiche Inhalte ebenso erkennen wie Inhalte, bei denen nachgebessert werden sollte. Marktführer unter den Webanalyse Tools ist dabei Google Analytics, aber in letzter Zeit bekommt der Dienst immer stärkere Konkurrenz durch Matomo (ehemals Piwik genannt), ein kostenloses Open Source Analyse Tool welches WordPress Nutzern die Webanalyse ihrer Seiten erleichtern soll. Dazu müssen Webseitenbetreiber aber mindestens über PHP 5.13 und MySQL 4.1 oder höhere Versionen verfügen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann Piwik/Matomo heruntergeladen werden. Die entpackten Dateien werden auf dem Webseitenserver hochgeladen. Piwik/Matomo erzeugt einen Trackingcode, welcher lediglich in die zu trackenden Seiten integriert werden muss. Dann steht der Webanalyse mit Piwik/Matomo nichts mehr im Weg.

Datenschutz bei der Piwik/Matomo Webanalyse

Einer der größten Vorteile Piwiks/Matomos gegenüber Google Analytics liegt wohl im Bereich Datenschutz. Anders als bei anderen Webanalyse Tools werden bei Piwik/Matomo die erfassten Daten auf dem Server des Webseitenbetreibers gespeichert. Bei anderen Anbietern hingegen landen die Daten zunächst auf den Servern der Webanalyse Tool Dienstleister und werden dann an den Server des Betreibers übermittelt. Da dieser Zwischenschritt der Datenübermittlung bei Piwik/Matomo entfällt, gilt es datenschutzrechtlich betrachtet als sicherer. Ein Mitlesen der erfassten Daten durch mögliche Dritte entfällt und die Daten werden nur noch von den Personen eingesehen, für welche sie auch tatsächlich von Nutzen und Interesse sind. Auch können Webseitenbetreiber mittels Piwik/Matomo ihren Besuchern eine Möglichkeit geben, sich gegen  die Erfassung ihrer Daten während des Besuchs auf der Webseite auszusprechen. Dazu wird über ein iFrame eine entsprechende Opt-Out-Option eingerichtet welche den Nutzern bei ihrem ersten Besuch auf der Webseite über die geplanten Trackingabsichten informiert. Die Besucher können dann selbst entscheiden, ob sie ihre Bewegungen auf der Webseite erfassen lassen möchten oder nicht. Wer Piwik/Matomo absolut datenschutzkonform einsetzen möchte, kann zudem die IP-Adressen der Besucher anonymisieren. Dies funktioniert mit Hilfe des AnonymizeIP Plugins, welches die IP-Adresse ähnlich einer Kontonummer auf Kartenzahlungsbelegen maskiert. So wird die IP-Adresse der Besucher zwar gespeichert, ist jedoch maskiert und somit nicht mehr nachvollziehbar. Die Daten der Besucher sind damit auch bestmöglich vor eventuellen Hacker-Angriffen geschützt.

Neben dem Datenschutz bietet Piwik/Matomo aber noch einige weitere Vorteile gegenüber dem Marktführer. So wird Piwik/Matomo beispielsweise nicht durch Ad-Blocker behindert – es können also auch Daten von Besuchern erfasst werden, welche einen Ad-Blocker installiert haben. Gleichzeitig filtert Piwik/Matomo dank einer regelmäßig aktualisierten Spam Blocklist eben diese Spammer aus den Analyseergebnissen heraus. Das Ergebnis sind exaktere Ergebnisse welche nicht oder zumindest deutlich weniger durch Spam verfälscht sind.

Webseitenbetreiber können bei Piwik/Matomo in einer Instanz unbegrenzt viele Webseiten verwalten. Dies ist besonders für große Unternehmen mit vielen Webpräsenzen, aber auch für Internetagenturen von großer Bedeutung, denn so wird die Administration deutlich erleichtert. Anders als bei Google Analytics gibt es bei Piwik/Matomo die Möglichkeit, sämtliche Aktionen zu speichern und auszuwerten. Google bietet hier nur eine Speicherung von bis zu 10 Millionen Aktionen an, was besonders bei großen Unternehmen oder auch bei Agenturen, welche Webseiten für mehrere Kunden verwalten, dazu führen kann, dass die Analysen aufgrund von Teildaten weniger aussagekräftig sind. Auch im Reporting findet sich bei Piwik/Matomo übrigens keine Obergrenze. Ähnliche Vorteile bietet das Webanalyse Tool übrigens auch bei der Auswertung der Daten: Während bei Google die Daten in der Regel stichprobenartig, also ähnlich einer Hochrechnung erhoben werden, wertet Piwik/Matomo zunächst alle Daten aus. Bei Bedarf kann dann durch den Webseitenbetreiber immer noch entschieden werden, dass für bestimmte Fälle nur Stichproben, sogenannte Samples, erstellt werden.

Piwik/Matomo Auswertung & Datenanalyse

Mit Hilfe von Piwik/Matomo lassen sich eine Vielzahl von Daten erfassen und auswerten, einige der wichtigsten sind unter anderem:

  • Besucherzahlen
  • Zahl der wiederkehrenden Besucher
  • besuchte Seiten
  • Aktionen der Besucher auf der Seite (z.B. Anmeldung, Newsletter Abo, Download)
  • Verweildauer der Besucher auf der Seite
  • Keywords, welche Besucher benutzt haben, um die Seite zu finden
  • das Verhalten der Besucher auf der Webseite
  • Herkunft der Besucher
  • Interessen der Besucher

 

Im Frontend von Piwik/Matomo können Webseitenbetreiber über ein frei konfigurierbares Dashboard die dort angezeigten Analysen und Statistiken nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen zusammenstellen. So ist sichergestellt, dass jeder Piwik/Matomo-Nutzer beim Login direkt die Daten und Analysen sieht, welche für ihn am wichtigsten sind. Die Konfiguration erfolgt übrigens über Widgets, welche sich frei auf dem Dashboard herumschieben lassen. Besonders attraktiv für viele Webseitenbetreiber könnte auch die Transitionsanalyse sein, bei welcher in einer Grafik alle Bewegungen sämtlicher Besucher auf der Webseite in einem voreingestellten Zeitraum dargestellt werden. Übrigens: Die Besucherzahlen werden, wenn gewünscht, in Echtzeit angezeigt. Dabei erfolgt alle 30 Sekunden eine Aktualisierung. Wem dies zu häufig ist, der kann aber auch einen eigenen, selbst gewählten Aktualisierungszeitraum einstellen.

Auswertung: Das Besucherlog

Am interessantesten für die meisten Piwik/Matomo-Nutzer ist wahrscheinlich das Besucherlog. Hier wird das genaue Besucherverhalten aufgezeichnet, wobei Piwik/Matomo auch in der Lage ist, wiederkehrende Benutzer zu erkennen und ihre neuen Daten mit denen vorheriger Besuche zu verknüpfen. Mit dem Besucherlog kann nicht nur gesehen werden, wieviele Besucher die Seite in einem bestimmten Zeitraum besucht haben, sondern auch, wie sie dorthin gekommen sind, was sie dort getan haben, wie lange sie geblieben sind, der verwendete Browser, das Betriebssystem und mehr. Piwik/Matomo zeigt auch, ob Besucher über einen Direktlink bzw. eine URL-Eingabe oder über eine Suchmaschine, eine platzierte Werbeanzeige oder ähnliches auf einer anderen Seite zur Webseite des Betreibers gelangt sind. Diese Daten helfen dem Webseitenbetreiber festzustellen, welche Zielgruppen er wie erreicht und welche Webseiteninhalte gut bei den Besuchern ankommen – Faktoren, welche besonders auch bei der Verbesserung der SEO-Qualität der Webseite eine wichtige Rolle spielen. Wer zudem an der Herkunft seiner Besucher interessiert ist, kann dank der GeoIP Datenbank auch dies erfahren. Dabei beschränkt sich die Angabe nicht zwangsläufig nur auf das Herkunftsland sondern kann, je nach Region, auch bis auf das Bundesland oder die Stadt genau angegeben werden. Ein nützlicher Faktor besonders dann, wenn man sich eine bestimmte Region bzw. ein Land als Zielgruppe gesetzt hat und überprüfen möchte, ob diese auch tatsächlich erreicht wird.

Statistiken & Piwik/Matomo Analyse automatisch verschicken

Neben den Besucherstatistiken bietet Piwik/Matomo noch weitere Arten zur Erhebung und Analyse von Webseitendaten. So gibt es beispielsweise auch die Möglichkeit der Erstellung von Aktionsstatistiken, Verweisstatistiken und Zielstatistiken. Gerade letztere ist für Webseitenbetreiber besonders attraktiv, denn sie bietet die Möglichkeit, selbst Marketingziele zu setzen und die Erreichung dieser dann über die Statistiken zu überwachen und gegebenenfalls zu steuern. Die Erstellung der Ziele ist dabei ganz einfach über ein bereitgestelltes Formular gesteuert.

Wer Webseiten für Kunden führt und analysiert, hat in Piwik/Matomo übrigens auch die Möglichkeit, automatisierte Kundenreportings per Email verschicken zu lassen. Dafür werden im entsprechenden Formular die gewünschten Reportdaten, der Intervall, in welchem die Reportings verschickt werden sollen und die Emailadresse des Kunden eingetragen. Piwik/Matomo sendet nun automatisch immer zum festgelegten Zeitpunkt (zum Beispiel monatlich) das entsprechende Reporting als pdf-Datei per Email an den Kunden – eine große Zeitersparnis, besonders dann, wenn man sehr viele Kunden betreut und eine große Anzahl an Reportings zu verschicken hat.

Fazit: Piwik/Matomo ist ein mächtiges Webanalyse-Tool

Piwik/Matomo braucht sich vor der Konkurrenz und auch vor Marktführer Google Analytics nicht zu verstecken. Die (genau wie die Basisversion von Google Analytics) kostenlose Alternative zur Webanalyse besticht durch individuelle Konfigurations- und Gestaltungsmöglichkeiten und eine benutzerfreundliche Oberfläche, welche die Webseitenoptimierung erleichtert und ein genaues Arbeiten ermöglicht. Ein zusätzlicher großer Pluspunkt ist zudem die hohe Datenschutzkonformität des Open Source Programms. All diese Faktoren führen nicht nur zu aussagekräftigen Analyseergebnissen sondern auch zu einer insgesamt hohen Datenqualität, denn hierfür sind Art und Umfang der erfassten Daten ebenso entscheidend wie ihr Speicherort und die Art, wie sie ausgewertet werden. Wer also auf der Suche nach einer Alternative zu Google Analytics ist, sollte Piwik/Matomo auf jeden Fall einmal ausprobieren!