WordPress Piwik/Matomo – Eine Einführung

Um die eigene Webpräsenz weiterzuentwickeln und den Bedürfnissen der Besucher anzupassen, musst Du mehr über die Besucher und ihr Verhalten auf der Website herausfinden. Welche Besucher kaufen oder schicken Kontaktformulare ab? Welche Seiten meiner Webpräsenz werden besucht? Ein Web-Tracking Programm hilft dabei, diese Informationen über Besucher darzustellen und zu analysieren. Viele Betreiber greifen hierfür auf Google Analytics zurück, welches allerdings mächtige Konkurrenz bekommen hat: das kostenlose Open-Source-Programm Matomo (ehemals Piwik) ist seit 2009 erhältlich und bietet sehr ähnliche Dienste wie Google Analytics bei besserem Datenschutz. Zudem ist es einfach mit einer bestehenden WordPress-Seite verknüpfbar.

Bereits im Jahr 2009 wurde das WordPress Plugin unter dem Namen WP-Piwik zum ersten Mal zur Verfügung gestellt und war somit die erste öffentliche Piwik-Erweiterung für WordPress. Seit 2015 wird Piwik als vollständig integrierbares Webanalyse Tool für WordPress angeboten. Im Januar 2018 wurde das Programm dann in Matomo (das japanische Wort für “Ehrlichkeit”) umbenannt.

Was ist Piwik/Matomo?

Bei Piwik/Matomo handelt es sich um ein Web-Tracking Programm, das Daten und Informationen über die Besucher der Website erfasst und statistisch aufbereitet wiedergibt. So kann der Website-Betreiber erfahren, über welche anderen Seiten oder Suchmaschinen der User auf die Website gekommen ist und welche Schlagwörter er bei der Suche benutzt hat. Darüber hinaus zeigt Piwik/Matomo an, wann und wie lange der Besucher sich auf welcher Ebene der Website aufgehalten hat und wie er sich auf den Unterseiten  bewegt. Auch kann man bestimmte Maßnahmen oder Zielsetzungen einer Website überwachen, zum Beispiel wie oft der Newsletter abonniert, eine Datei heruntergeladen wurde oder ein Kauf getätigt wurde. Solche sog. “Conversion”-Ziele ermöglichen es genau nachzuvollziehen, welche Marketing-Maßnahmen wie z.B. Facebook Werbung, Google Adwords Werbung, SEO oder Retargeting welche Erfolge mit sich bringen. Eine Conversion ist im Online Marketing die Umwandlung eines Website Besuchers zum Handelnden, d.h. in einen Käufer oder Interessenten. Der Besucher schaut sich nicht nur die Website an, sondern schickt auch ein Kontaktformular ab oder macht eine Bestellung – genau das kannst Du mit Piwik/Matomo messen.

WordPress & Piwik/Matomo – eine gute Kombination

Auch die unkomplizierte Benutzung von Piwik/Matomo insbesondere in Verbindung mit einer bestehenden WordPress Website ist ein großer Vorteil und steuert zu der Beliebtheit des Programms bei. Die Installation ist zwar ein wenig komplizierter als die von Google Analytics, aber dank zahlreicher, detaillierter Anleitungen im Netz auch für Anfänger leicht zu verstehen. Hierzu musst Du zunächst die aktuelle Version der Piwik/Matomo-Software herunterladen und die ZIP-Datei entpacken. Dann kannst Du die Daten via FTP in dem gewünschten Verzeichnis des eigenen Servers oder einer Subdomain speichern. Dieser Vorgang ist übrigens auch dann nötig, wenn Du Piwik/Matomo ausschließlich für eine einzelne WordPress-Seite verwenden möchtest. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, kannst Du über den Browser zum Verzeichnis navigieren, in dem Piwik/Matomo abgelegt wurde. Dort startet sich der Installationsassistent, durch den Du den Datenbankzugang erfassen und ein Adminstratoren-Konto anlegen kannst. Hier kannst Du ebenfalls die Websites bzw. WordPress Seiten eintragen, welche mit Piwik/Matomo analysiert werden sollen und diese Seiten unter „Alle Seiten“ verwalten. Piwik/Matomo selbst erstellt Codeschnipsel, die im Header der Website eingefügt werden können.

Möchtest Du nun eine WordPress Website mit Piwik/Matomo verknüpfen, wird es einfacher. Du musst nach dem Herunterladen und Speichern des Programms auf dem eigenen Server lediglich auf WordPress die WP-Piwik/Matomo-Erweiterung als Plugin herunterladen. Diese ist unter „Plugins“ auf der eigenen WordPress-Seite zu finden und kann dort ganz einfach installiert werden. Mit der Installation fügt das PlugIn den Code an der entsprechenden Stelle ein – Du musst nicht selbst im Code der eigenen WordPress-Seite herumspielen. Du kannst nun Konfigurationen vornehmen, z.B. dass eingeloggte Benutzer nicht als Besucher gezählt werden. Im WordPress Backend hast Du dann direkt Zugriff auf die Analysen und Statistiken. Ein besonderes Feature ist, dass die Statistiken auch mobil über eine iOS- und eine Android-App abrufbar sind.

Piwik/Matomo-Nutzung mit WordPress – der Datenschutz

Die Einfachheit in der Nutzung insbesondere in Verbindung mit WordPress ist sicher ein Vorteil von Piwik/Matomo. Dabei ist das Programm seinen Konkurrenten insbesondere in Sachen Datenschutz einen Schritt voraus: wie bereits erklärt, wird Piwik/Matomo im Gegensatz zu den bekannten Programmen wie Google Analytics und WordPress.com Stats in jedem Fall auf dem eigenen Server des Website-Betreibers installiert, auch wenn damit später eine WordPress Website analysiert werden soll. So bleiben auch die erhobenen Daten über die Besucher bei ihm und werden nicht auf fremden Servern gespeichert. Die Speicherung auf Fremdservern stellt bei anderen Webanalyse-Tools für den Datenschutz ein großes Problem dar, weil diese Server möglicherweise im Ausland liegen, wo andere Datenschutzbestimmungen gelten können. So besteht unter anderem die Gefahr, dass Besucherdaten am Ende in die Hände von Werbegiganten wie Google fallen.

Beim Datenschutz besteht einer der größten Vorteile Piwiks/Matomos vor allem darin, dass Du datenschutztechnischen Bedenken durch einige einfache Anpassungen schnell entgegenwirken kannst. Um die IP-Adresse zu anonymisieren, mussst Du lediglich in WordPress unter Einstellungen nach Plugins suchen und das Plugin „AnonymizeIP“ installieren. Nun musst Du nur noch entscheiden und einstellen, wieviel von der IP-Adresse anonymisiert werden soll. Außerdem musst Du als Website-Betreiber in Deinem Impressum darauf hinweisen, dass Piwik/Matomo genutzt wird und Deinen Besuchern die Möglichkeit des Opt-Out geben, sollten sie damit nicht einverstanden sein. So hinterlassen sie nur ein Cookie, bleiben aber für Piwik/Matomo unsichtbar. Um dies zu erleichtern, stellt Piwik/Matomo sogar ein iFrame bereit: Bei WordPress muss man dafür lediglich das Plugin „No Piwik for me“ installieren.

Wenn Du diese Einstellungen übernimmstt und Transparenz gegenüber Deinen Besuchern zeigst, ist Piwik/Matomo ein deutlich datenschutzkonformeres Programm als Google Analytics und sollte besonders von WordPress-Nutzern auf jeden Fall als Alternative bedacht werden. Datenschutz ist nicht nur in der öffentlichen Debatte ein großes Thema, sondern wird auch von vielen Usern sehr ernst genommen.

Letztendlich eignet sich das Tool besonders gut für Blogger und Unternehmen, die ihre Website auf WordPress-Basis betreiben. Doch auch Typo3 und Magento Systeme können problemlos mit Piwik/Matomo verbunden werden. Auch wenn die Installation zunächst recht kompliziert klingt, kann ein erfahrener Entwickler sie in kürzester Zeit datenschutzkonform abschließen. Zudem sind die Statistiken des Programms übersichtlich und einfach auszuwerten.