In Folge 287 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Nina-Sophie S. (Head of Business Development, leitzcloud by vBoxx) über European Cloud. Konkret: Der Trump-Effekt hat europäischen Cloud-Anbietern Anfragen gebracht, die vorher undenkbar waren. Die Frage ist, ob aus diesem Schutzreflex eine strategische Nachfrage wird — oder ob der politische Wind wieder dreht.
3 Erkenntnisse aus dieser Folge
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Der Trump-Effekt hat europäischen Cloud-Anbietern Anfragen gebracht, die vorher undenkbar waren. Die Frage ist, ob aus diesem Schutzreflex eine strategische Nachfrage wird — oder ob der politische Wind wieder dreht.
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Souveränität hat Layer. Infrastruktur, Daten, Services — auf jedem Layer kann ein Anbieter souverän oder eben Teil einer größeren Lieferkette sein. Wer das nicht klar benennt, betreibt Sovereignity-Washing.
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Für deutsche Unternehmen ist die praktische Antwort: Mehr-Cloud-Strategie mit echten Exit-Plänen. Nicht 'wir haben auch was bei einem EU-Anbieter', sondern 'wir können im Ernstfall Workloads umschichten'.
Worum es in dieser Folge geht
Nina-Sophie verantwortet Business Development bei leitzcloud by vBoxx — einem europäischen Cloud-Anbieter, der in den letzten Monaten eine ungewöhnliche Anfrage-Welle erlebt. Wir reden in dieser Folge offen über die geopolitische Dynamik, die 2025 den Cloud-Markt verändert hat, und was das für Unternehmen bedeutet.
Die Storyline
Der Trump-Effekt
Er war noch nicht einmal wiedergewählt — und schon haben die Gespräche sich verändert. Auf einmal hatten Unternehmen plötzlich eine Antwort auf die Frage 'Was, wenn...?'.
Die Zoll-Politik und weitere geopolitische Verschärfungen haben in 2025 zu einer neuen Nachfrage nach europäischer Cloud-Infrastruktur geführt. Unternehmen, die vorher pragmatisch mit US-Hyperscalern gearbeitet haben, stellen plötzlich Fragen nach Rück-Migrationspfaden, nach EU-basierten Alternativen, nach Souveränität.
Ist das ein Strohfeuer?
Nina-Sophie ist nüchtern. Die Nachfrage ist real — aber die Umsetzung dauert. Migrationen sind teuer, politisch, zeitaufwändig. Die Frage ist, ob die jetzt entstehende Awareness lange genug hält, um strukturelle Entscheidungen zu tragen.
Die Layer der Souveränität
Sie zerlegt das Thema sauber: 1. Infrastruktur-Layer: Welche Hardware, in welchem Rechtsraum? 2. Daten-Layer: Wo liegen die Daten, unter welcher Jurisdiktion? 3. Service-Layer: Welche Management-Services nutze ich, vom wem?
Nicht jeder Anbieter, der "souverän" sagt, ist auf allen Layern souverän. Manche sind es auf Layer 1, aber ihre Management-Layer laufen auf Hyperscalern. Das ist nicht schlecht — aber es muss transparent gesagt werden.
Was Unternehmen tun sollten
- Mehr-Cloud-Strategie mit klaren Exit-Plänen. Nicht Lock-in bei einem Hyperscaler.
- Daten klassifizieren. Welche Daten brauchen EU-Souveränität? Welche sind unkritisch?
- Realistische Migrations-Proben. Einmal im Jahr einen echten Failover testen — sonst ist der Plan Theater.
Warum mich das besonders umtreibt
Digitale Souveränität war lange ein abstraktes Thema. Seit 2025 ist es ein operatives. Nina-Sophies Folge ist wichtig, weil sie aus der Anbieter-Perspektive beschreibt, was sich wirklich bewegt. Für CDOs und CIOs ist das ein wichtiger Reality-Check: Wer die Souveränitäts-Frage nicht auf der Agenda hat, wird sie demnächst auf dem Tisch haben — ob geplant oder nicht.