In Folge 264 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Sven R. (Gründer, smhaggle) über Food Retail. Konkret: Preistransparenz im LEH ist ein politisches, kein technisches Thema. Die Ketten haben kein Interesse an einfachem Vergleich — Plattformen müssen sich diese Transparenz erarbeiten. Datenqualität in Preisvergleichs-Plattformen ist eine Daueraufgabe. Produkte werden umbenannt, Packungsgrößen ändern sich, Saisonware kommt und geht.
3 Erkenntnisse aus dieser Folge
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Preistransparenz im LEH ist ein politisches, kein technisches Thema. Die Ketten haben kein Interesse an einfachem Vergleich — Plattformen müssen sich diese Transparenz erarbeiten.
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Datenqualität in Preisvergleichs-Plattformen ist eine Daueraufgabe. Produkte werden umbenannt, Packungsgrößen ändern sich, Saisonware kommt und geht.
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Die strategische Bedeutung solcher Daten geht weit über den Endverbraucher hinaus: Hersteller, Regulatoren, Wissenschaft profitieren alle von belastbaren Preis-Zeitreihen im LEH.
Worum es in dieser Folge geht
Sven hat smhaggle gegründet — eine Plattform, die Preise im deutschen Lebensmittelhandel vergleichbar macht. Das klingt banaler, als es ist: Im deutschen LEH ist Transparenz historisch schlecht, und die Ketten haben wenig Interesse, das zu ändern.
Die Storyline
Warum LEH-Transparenz so schwer ist
Die Ketten stellen keine strukturierten Preisdaten zur Verfügung. Das ist kein technisches Problem — das ist eine strategische Entscheidung.
Transparenz nimmt Ketten Spielraum. Wenn Verbraucher:innen Preise einfach vergleichen können, sinkt die Möglichkeit, unbemerkte Preiserhöhungen durchzuführen. Das ist betriebswirtschaftlich für die Ketten schlechter — also verzichten sie freiwillig auf Kooperation.
Was smhaggle tut
Sven beschreibt die Arbeit: Scraping-Pipelines, Stammdaten-Pflege, Qualitätskontrollen. Das ist weniger glamourös als viele Data-Produkte, aber infrastrukturell wertvoll.
Die Qualitäts-Dauerfrage
Produkt-Stammdaten im LEH sind ein Albtraum: Gleiche Produkte haben unterschiedliche Bezeichnungen pro Händler, Packungsgrößen ändern sich, Aktionsware kommt und geht. Die eigentliche Ingenieurs-Leistung ist, trotzdem stabile Zeitreihen zu bauen.
Wer solche Daten braucht
Nicht nur Endverbraucher:innen: - Hersteller brauchen Marktübersicht. - Regulatoren müssen Preissignale beobachten (Kartellamt, Inflationsanalyse). - Wissenschaft nutzt LEH-Preisdaten für makroökonomische Analysen.
Das macht smhaggle zu einem Infrastrukturprodukt mit mehreren Kundengruppen.
Warum mich das besonders umtreibt
Ich halte Plattformen wie smhaggle für gesellschaftlich wertvoll — nicht nur wirtschaftlich. Je transparenter der Markt, desto fairer die Preisbildung, desto besser die Grundlage für Politik- und Konsument:innen-Entscheidungen. Für alle, die in Retail, Regulierung oder Konsumforschung arbeiten, liefert Svens Folge wichtige Einblicke in ein unterberichtetes Thema.