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Podcast-Cover MDIBTY Folge 264 mit Sven R., smhaggle

Folge 264

Wie smhaggle den deutschen Lebensmittelhandel transparent macht

Sven R. (smhaggle) über Preisdaten-Transparenz, LEH-Widerstand und warum offene Daten im Handel ein politisches Thema sind

Sven R.

Gründer, smhaggle

·41 Min. ·5 min Lesezeit

In Folge 264 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Sven R. (Gründer, smhaggle) über Food Retail. Konkret: Preistransparenz im LEH ist ein politisches, kein technisches Thema. Die Ketten haben kein Interesse an einfachem Vergleich — Plattformen müssen sich diese Transparenz erarbeiten. Datenqualität in Preisvergleichs-Plattformen ist eine Daueraufgabe. Produkte werden umbenannt, Packungsgrößen ändern sich, Saisonware kommt und geht.

3 Erkenntnisse aus dieser Folge

  1. 01

    Preistransparenz im LEH ist ein politisches, kein technisches Thema. Die Ketten haben kein Interesse an einfachem Vergleich — Plattformen müssen sich diese Transparenz erarbeiten.

  2. 02

    Datenqualität in Preisvergleichs-Plattformen ist eine Daueraufgabe. Produkte werden umbenannt, Packungsgrößen ändern sich, Saisonware kommt und geht.

  3. 03

    Die strategische Bedeutung solcher Daten geht weit über den Endverbraucher hinaus: Hersteller, Regulatoren, Wissenschaft profitieren alle von belastbaren Preis-Zeitreihen im LEH.

Worum es in dieser Folge geht

Sven hat smhaggle gegründet — eine Plattform, die Preise im deutschen Lebensmittelhandel vergleichbar macht. Das klingt banaler, als es ist: Im deutschen LEH ist Transparenz historisch schlecht, und die Ketten haben wenig Interesse, das zu ändern.

Die Storyline

Warum LEH-Transparenz so schwer ist

Die Ketten stellen keine strukturierten Preisdaten zur Verfügung. Das ist kein technisches Problem — das ist eine strategische Entscheidung.

— Sven R.

Transparenz nimmt Ketten Spielraum. Wenn Verbraucher:innen Preise einfach vergleichen können, sinkt die Möglichkeit, unbemerkte Preiserhöhungen durchzuführen. Das ist betriebswirtschaftlich für die Ketten schlechter — also verzichten sie freiwillig auf Kooperation.

Was smhaggle tut

Sven beschreibt die Arbeit: Scraping-Pipelines, Stammdaten-Pflege, Qualitätskontrollen. Das ist weniger glamourös als viele Data-Produkte, aber infrastrukturell wertvoll.

Die Qualitäts-Dauerfrage

Produkt-Stammdaten im LEH sind ein Albtraum: Gleiche Produkte haben unterschiedliche Bezeichnungen pro Händler, Packungsgrößen ändern sich, Aktionsware kommt und geht. Die eigentliche Ingenieurs-Leistung ist, trotzdem stabile Zeitreihen zu bauen.

Wer solche Daten braucht

Nicht nur Endverbraucher:innen: - Hersteller brauchen Marktübersicht. - Regulatoren müssen Preissignale beobachten (Kartellamt, Inflationsanalyse). - Wissenschaft nutzt LEH-Preisdaten für makroökonomische Analysen.

Das macht smhaggle zu einem Infrastrukturprodukt mit mehreren Kundengruppen.

Warum mich das besonders umtreibt

Ich halte Plattformen wie smhaggle für gesellschaftlich wertvoll — nicht nur wirtschaftlich. Je transparenter der Markt, desto fairer die Preisbildung, desto besser die Grundlage für Politik- und Konsument:innen-Entscheidungen. Für alle, die in Retail, Regulierung oder Konsumforschung arbeiten, liefert Svens Folge wichtige Einblicke in ein unterberichtetes Thema.

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