3 Erkenntnisse aus dieser Folge
- 01
Print-Mailings haben in der Digital-Überflutung eine messbar höhere Aufmerksamkeits-Quote. Nicht wegen Print an sich — sondern weil der digitale Kanal übersättigt ist.
- 02
Targeting für Print ist heute datengetrieben. Deutsche Post arbeitet mit Profilen, die in Online-Systemen nicht existieren — etwa Haushaltstypologien und Lebens-Events.
- 03
Der Mix entscheidet. Reine Digital-Kampagnen liefern weniger als kombinierte Kampagnen mit Print-Verstärkung — besonders bei hochwertigen Produkten.
Worum es in dieser Folge geht
Yvonne führt den Bereich Dialog Marketing bei Deutsche Post DHL — der letzten großen deutschen Infrastruktur für physische Briefsendungen. Wir sprechen über einen Marketing-Kanal, der totgesagt ist und trotzdem an Relevanz gewinnt.
Die Storyline
Die Digital-Überflutung
In der digitalen Werbung sind die Preise für Aufmerksamkeit explodiert. Jeder will online. Das hat einen Nebeneffekt: Print-Mailings werden wieder durchschlagend.
Das ist die strukturelle Beobachtung. Wenn alle in einen Kanal investieren, wird er teurer und weniger wirkungsvoll. Der Gegenkanal gewinnt — wenn man ihn klug einsetzt.
Datengetriebenes Targeting für Print
Deutsche Post arbeitet mit sozial-geografischen Clustern, Haushaltstypologien, Lebens-Events. Das ermöglicht Targeting, das klassische Online-Systeme in dieser Dimension nicht kennen — weil sie primär auf digitales Verhalten schauen.
Mix schlägt Monokultur
Yvonne betont: Es geht nicht um Print vs. Digital. Es geht um Kampagnen-Architektur. Hochwertige Produkte profitieren oft von Print-Verstärkung neben Digital — besonders im B2C-Premium-Segment und bei Dienstleistungen mit Vertrauens-Anforderungen.
Was CMOs mitnehmen
- Kanalmix neu denken. Print nicht reflexhaft streichen.
- Targeting-Daten prüfen. Was Deutsche Post heute kann, ist nicht mehr Gießkanne.
- Kampagnen-Architektur testen. Print-verstärkte vs. Digital-only Kampagnen A/B testen.
Warum mich das besonders umtreibt
Ich bin selbst überrascht, wie stark sich meine Einstellung zu Print-Marketing durch dieses Gespräch verändert hat. Yvonne zeigt, dass physische Ansprache heute hochgradig datengetrieben ist — und in bestimmten Segmenten Digital-Performance übertrifft. Für CMOs, die ihre Mix-Entscheidungen hinterfragen wollen: eine ungewohnte, aber lohnende Folge.