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Podcast-Cover MDIBTY Folge 309 mit Daniel H., Zeotap

Folge 309

CDP scheitert nicht an Daten — sondern an Politik

Daniel H., Zeotap-Gründer, über 11 Jahre CDP-Markt, Agenten-Zukunft und die Machtfrage im Marketing-Stack

Daniel H.

Gründer & Chief Ambassador, Zeotap

·44:49 Std. ·6 min Lesezeit

In Folge 309 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Daniel H. (Gründer & Chief Ambassador, Zeotap) über Customer Data Platform. Konkret: CDP scheitert selten an Daten und fast nie an Tech — fast immer an internen Machtfragen. Wer das Projekt ohne Klärung der Ownership startet, buddelt sich sein eigenes Grab.

3 Erkenntnisse aus dieser Folge

  1. 01

    CDP scheitert selten an Daten und fast nie an Tech — fast immer an internen Machtfragen. Wer das Projekt ohne Klärung der Ownership startet, buddelt sich sein eigenes Grab.

  2. 02

    Die Kaufentscheidung für eine CDP liegt in 2026 selten noch bei einer Person. Wer sie einkaufen will, muss Marketing, IT, Data und Vertrieb parallel abholen — oder eine der Parteien frustriert übergehen.

  3. 03

    AI-Agenten sind nicht der Sargnagel der CDP — sie sind ihr nächster Hebel. Aber nur, wenn die CDP zum Daten-Backbone wird, auf dem die Agenten arbeiten. Sonst wird sie zum Legacy-Zombie.

Worum es in dieser Folge geht

Daniel hat Zeotap 2014 gegründet — also vor über 11 Jahren, als "Customer Data Platform" noch kein etablierter Begriff war. Er hat das Unternehmen als CEO durch mehrere Martech-Wellen geführt und ist seit einem knappen Jahr in der Rolle "Chief Ambassador": operativ raus, strategisch und bei Großkunden drin.

Wir nehmen diese Folge zum ersten Mal in meinem Podcast-Studio in Düsseldorf auf — und genau dazu passt das Gespräch. Daniel bringt nicht Sales-Talk mit, sondern eine aufgeräumte Sicht auf einen Markt, den er über ein Jahrzehnt geprägt hat. Wir reden über die drei Fragen, die mich am meisten umtreiben: Woran scheitern CDP-Projekte wirklich? Wer kauft die Dinger eigentlich? Und was bedeutet "beyond CDP", wenn AI-Agenten die Karten neu mischen?

Die Storyline

Warum CDP-Projekte scheitern — und warum es kaum jemand ausspricht

Die meisten CDP-Projekte scheitern nicht an Daten und nicht an der Technik. Sie scheitern an der Frage, wer im Unternehmen die Hoheit über die Kundendaten hat.

— Daniel H.

Das ist die These der Folge. Wenn ich in den letzten fünf Jahren in Implementierungsprojekten mitgelaufen bin, sehe ich das Muster jedes Mal: Die Plattform läuft technisch. Die Daten sind da. Aber das Marketing kommt nicht an sie ran, weil IT Governance-Fragen blockiert. Oder IT hat sie freigegeben, aber CRM findet, das sei ihr Revier. Oder Vertrieb sieht sich umgangen. Das ist kein Plattform-Thema — das ist Machtpolitik in einer Organisation, die Ownership nicht geklärt hat.

Der Kaufprozess hat sich fundamental verändert

Daniel beschreibt, wie sich die Vertriebsmechanik verändert hat. Früher hat das Marketing entschieden — heute sitzen Marketing, IT, Data, Compliance und manchmal Vertrieb am Tisch. Jeder hat legitime Interessen. Jeder kann ein Nein veto-en. Wer als CDP-Anbieter oder als interner CDP-Champion nicht alle vier gleichzeitig abholt, verliert.

Das erklärt auch, warum Projekte sich über Monate hinziehen, bevor überhaupt ein Pilot läuft. Nicht weil die Technik schwer zu bewerten wäre — sondern weil die Stakeholder-Abstimmung länger dauert als die Integration.

Was "beyond CDP" wirklich heißt

Hier wurde es für mich am spannendsten. Meine Grundfrage: Wenn AI-Agenten in Zukunft autonom Zielgruppen bilden, Kampagnen designen und aktiv optimieren — wird dann die CDP überflüssig? Daniels Antwort ist differenziert: Nein, aber sie ändert ihre Rolle grundlegend.

Eine CDP war historisch ein Tool für Marketing-Teams — Segmentierung, Aktivierung, Journey-Building. In einer Agenten-Welt wird sie zum Daten-Backbone, auf dem Agenten arbeiten. Die menschliche Bedienoberfläche wird kleiner. Die maschinelle Schnittstelle (APIs, semantische Layer, Governance) wird riesig.

Die Gewinner-Verlierer-Logik

Daniels Prognose für die nächsten 24 Monate:

Was das für CDOs konkret bedeutet

Daniel und ich haben uns am Ende konkret unterhalten, was du als CDO tun solltest, wenn du heute eine CDP im Unternehmen hast oder gerade einführen willst:

  1. Ownership klären, bevor der Vertrag unterschrieben wird. Wer entscheidet über Use-Cases? Wer über neue Datenquellen? Wer über Integrationen?
  2. Den technischen Stack Agenten-fähig machen. Semantischer Layer, klare Event-Schemata, dokumentierte APIs.
  3. Die Erfolgsmessung rausziehen aus der Marketing-KPI-Welt. CDP-Erfolg heißt auch: Wie viele andere Systeme ziehen heute Daten aus ihr?

Warum mich das besonders umtreibt

Ich war in Retail-Kontexten an CDP-Projekten beteiligt, die über zwei Jahre gezogen haben — und mit einer technisch sauberen, operativ halb genutzten Plattform endeten. Der Grund war jedes Mal derselbe: In der Anfangsphase hat niemand die Ownership-Frage gestellt. Dann wird in der Implementierung gemerkt, dass Marketing und Data sich nicht einig sind, und die Plattform läuft zwar, aber sie wird nicht zum zentralen System. Daniels Folge bringt dieses Muster auf den Punkt — und liefert für alle, die gerade in so einem Projekt drin sind, einen wertvollen Spiegel.

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