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Podcast-Cover MDIBTY Folge 308 mit Dr. Sebastian B. R., sevDesk

Folge 308

Zwischen Gen AI und Realität: sevDesk Use Cases im Check

Dr. Sebastian B. R. (3/3) über Data-Science-Aufbau, ehrliche AI-Cases und den Unterschied zwischen Hype und Produktiv

Dr. Sebastian B. R.

Head of Data Science, sevDesk

·39:07 Std. ·5 min Lesezeit

In Folge 308 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Dr. Sebastian B. R. (Head of Data Science, sevDesk) über Applied AI. Konkret: Data-Science-Teams entstehen nicht durch Stellenanzeigen, sondern durch konkrete Business-Cases. Wer vorher nicht definiert, welches Problem das Team lösen soll, rekrutiert Frustration. Gen-AI-Cases bei sevDesk sind bewusst klein: Rechnungs-Klassifikation, Document-Parsing, Chat-Antworten.

3 Erkenntnisse aus dieser Folge

  1. 01

    Data-Science-Teams entstehen nicht durch Stellenanzeigen, sondern durch konkrete Business-Cases. Wer vorher nicht definiert, welches Problem das Team lösen soll, rekrutiert Frustration.

  2. 02

    Gen-AI-Cases bei sevDesk sind bewusst klein: Rechnungs-Klassifikation, Document-Parsing, Chat-Antworten. Kein Moonshot — sondern skaliert Mehrwert für Handwerker und Selbstständige.

  3. 03

    Der größte Unterschied zwischen Hype und Produktiv liegt in der Monitoring-Disziplin. Ein LLM-Feature ohne Drift- und Kosten-Monitoring ist keine Software, sondern ein Zeitbomben-Feature.

Worum es in dieser Folge geht

Abschluss der sevDesk-Trilogie. Nach Marc (Strategie) und Michel (Warehouse) spreche ich mit Sebastian über die Anwendungsebene: Wie baut sevDesk eigentlich Data-Science-Produkte für Handwerker, Selbstständige und KMU-Kunden? Und wo zieht man die Grenze zwischen echtem Nutzen und Gen-AI-Theater?

Die Storyline

Wie das Team überhaupt entstanden ist

Sebastian beschreibt den Weg vom Ein-Personen-Analytics in Richtung eigenständiger Data-Science-Abteilung. Kernpunkt: Der Aufbau lief nicht über eine zentrale Strategie-Vision, sondern entlang konkreter Problem-Sets, die das Business sowieso lösen musste.

Wir haben nicht gesagt 'wir brauchen ein Data-Science-Team'. Wir haben gesagt: Hier ist ein konkretes Problem, hier ist der Business Case — und dann konnten wir jemanden einstellen.

— Dr. Sebastian B. R.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu Konzern-Setups. Der Mittelstand kann sich keine großen "Innovation-Teams ohne Auftrag" leisten. Jede Rolle muss durch einen messbaren Nutzen getragen werden.

Die echten Gen-AI-Cases

Bei sevDesk laufen Gen-AI-Features bewusst bodenständig: - Dokument-Parsing: Eingangsrechnungen automatisch klassifizieren und Felder extrahieren. - Beleg-Klassifikation: Vorgeschlagene Kategorien auf Basis der bisherigen Buchungen. - Chat-Assistenz: Antworten auf typische Steuer- und Abrechnungsfragen.

Keine "Gen-AI-Strategie". Sondern mehrere kleine, klar abgegrenzte Features, die jeweils einen erkennbaren Wert liefern.

Der Unterschied zwischen Hype und Produktiv

Sebastian sagt etwas, das mir stark hängen geblieben ist: Der Unterschied zwischen einem Prototyp und einem Produktivfeature mit LLM-Baustein ist nicht die Modellqualität. Es ist die Monitoring-Disziplin. Drift, Kosten, Halluzinationen, Edge-Cases — das sind die vier Dauerthemen. Wer die nicht aktiv monitort, hat Software ausgeliefert, die er nicht mehr kontrolliert.

Was CDOs daraus lernen können

  1. Beginne mit dem Problem, nicht mit dem Modell. LLM-Shopping ohne Use-Case ist teuer.
  2. Ein Feature mehr ist nicht automatisch besser. Weniger, klarere Features skalieren besser.
  3. Investiere in Monitoring ab Tag 1. Das ist kein "Nice to have", sondern Produktionsvoraussetzung.

Warum mich das besonders umtreibt

Ich sehe in Beratungsgesprächen immer noch Unternehmen, die 20 Gen-AI-Ideen parallel verfolgen und keine davon wirklich launchen. Sebastians Folge zeigt den Gegenpol: Wenige Cases, diszipliniert gebaut, messbar verbessert. Das ist kein sexy Vortrag auf einer Konferenz — das ist aber der Weg, der Umsatz bringt.

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