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Podcast-Cover MDIBTY Folge 296 mit Jens W., Lufthansa Group

Folge 296

KI am Flughafen — Wie Lufthansa Realtime-Prozesse neu denkt

Jens W. (Lufthansa) über operative AI, warum Realtime für Airlines überlebenswichtig ist und was der Gen-AI-Hype in der Luftfahrt bewirkt hat

Jens W.

Head of Data & AI, Lufthansa Group

·41:37 Std. ·5 min Lesezeit

In Folge 296 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Jens W. (Head of Data & AI, Lufthansa Group) über Airline Operations. Konkret: Realtime ist in Airline-Ops nicht optional, sondern Kernprozess. Verspätungen kaskadieren — eine falsche Entscheidung in Minute 10 kostet Stunden in Stunde 3.

3 Erkenntnisse aus dieser Folge

  1. 01

    Realtime ist in Airline-Ops nicht optional, sondern Kernprozess. Verspätungen kaskadieren — eine falsche Entscheidung in Minute 10 kostet Stunden in Stunde 3.

  2. 02

    Der Gen-AI-Hype hat Lufthansa nicht primär neue Use Cases geliefert, sondern bestehende beschleunigt: Bessere Übersetzung, bessere Dokumenten-Klassifikation, schnellere Wissensabfrage. Weniger Revolution, mehr Effizienz-Treiber.

  3. 03

    Die KI-Grenze in einer regulierten Industrie liegt nicht am Modell, sondern an der Auditierbarkeit. Jede Entscheidung mit Passagier-Sicherheitsrelevanz muss nachvollziehbar sein — LLM-Black-Boxes haben hier keinen Platz.

Worum es in dieser Folge geht

Jens verantwortet Data & AI bei der Lufthansa Group. Das Unternehmen bewegt sich in einer der datenintensivsten Ops-Welten überhaupt — Millionen von Datenpunkten pro Tag, alle zeitkritisch, alle mit direktem Einfluss auf Kundenzufriedenheit und Kosten. Wir sprechen in dieser Folge über das, was hinter dem Flug passiert, was du als Passagier nicht siehst.

Die Storyline

Die besondere Härte von Airline-Ops

Wenn eine Maschine in München 20 Minuten Verspätung hat, beginnt in diesem Moment ein Dominoeffekt, der über den ganzen Tag Millionen Euro kosten kann. Wir haben keinen Puffer. Wir müssen in Echtzeit reagieren.

— Jens W.

Das ist der Unterschied zu vielen anderen Data-Anwendungen: In einem Retail-Kontext kostet eine verspätete Reaktion Umsatz, aber nicht die Planung des ganzen Tages. In Airline-Ops kaskadiert alles.

Wo KI heute wirklich produktiv ist

Jens ist nüchtern: Die Kern-Use-Cases bei Lufthansa sind nicht die spektakulärsten. 1. Disruption-Management: KI-gestützte Crew- und Flotten-Reallokation bei Stornierungen. 2. Cargo-Yield-Optimierung: Preisbildung in Echtzeit. 3. Wartungs-Prognose: Predictive Maintenance für Komponenten. 4. Dokumenten-Verarbeitung: Klassifikation von Schriftwechsel, Passagier-Anträgen, behördlichen Unterlagen.

Was Gen AI verändert hat — und was nicht

Jens macht deutlich: Der Gen-AI-Hype hat für Lufthansa keine neuen Kategorien von Use Cases geschaffen. Er hat bestehende beschleunigt. Klassische NLP-Aufgaben (Übersetzung, Klassifikation, Entity-Extraktion), die früher Monate Modellentwicklung brauchten, sind heute in Wochen lauffähig. Das macht viele zuvor unwirtschaftliche Automations-Cases plötzlich sinnvoll.

Die Auditierbarkeits-Grenze

In einer regulierten Industrie ist jede Entscheidung mit Sicherheits-Relevanz auditierbar zu machen. Das schließt reine LLM-Black-Boxes für bestimmte Bereiche aus. Lufthansa arbeitet hier mit hybriden Ansätzen: Klassische Modelle treffen sicherheitsrelevante Entscheidungen, LLMs übernehmen Assistenz- und Textverarbeitungs-Aufgaben.

Warum mich das besonders umtreibt

Ich glaube, Unternehmen außerhalb der Luftfahrt unterschätzen, wie viel man von Airlines lernen kann: Realtime-Disziplin, Auditierbarkeit, Operationalisierung unter Druck. Jens' Folge liefert einen seltenen Blick hinter diese Kulisse — und zeigt, dass die großen Durchbrüche oft unspektakulär sind, aber messbar millionenschwer.

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