In Folge 270 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Julian S. (Head of Innovation, Koenig & Bauer Vision & Protection) über Digital Fingerprinting. Konkret: Digitale Fingerprints sind eine Deep-Tech-Nische, in der physische und digitale Welten verschmelzen. Nur Unternehmen mit Ingenieurs-DNA und Data-Kompetenz können hier produktiv bauen.
3 Erkenntnisse aus dieser Folge
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Digitale Fingerprints sind eine Deep-Tech-Nische, in der physische und digitale Welten verschmelzen. Nur Unternehmen mit Ingenieurs-DNA und Data-Kompetenz können hier produktiv bauen.
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Traditionsunternehmen haben beim Deep-Tech-Einstieg einen unterschätzten Vorteil: Vertrauensstellung bei Enterprise-Kunden. Das öffnet Türen, die ein Startup jahrelang suchen muss.
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Die kulturelle Herausforderung in solchen Häusern ist, Deep-Tech-Geschwindigkeit und Konzern-Stabilität zu vereinen. Beides gleichzeitig zu managen ist die eigentliche Management-Leistung.
Worum es in dieser Folge geht
Julian verantwortet Innovation bei Koenig & Bauer Vision & Protection — einer Tochter des traditionsreichen Maschinenbauers, die sich auf digitale Fingerprints und Produktauthentifizierung spezialisiert hat. Ein spannender Fall, weil Tradition und Deep Tech hier direkt koexistieren.
Die Storyline
Was "digitale Fingerprints" in Industriekontext heißt
Wir erzeugen digitale Signaturen auf Basis physischer Eigenschaften. Das Produkt wird dadurch identifizierbar, ohne dass ein Code aufgedruckt werden muss. Das ist Fälschungssicherheit über Substanz, nicht über Label.
Das erinnert konzeptionell an die Bosch-Origify-Folgen vom Jahresanfang. Der Ansatz ist verwandt — die Zielindustrie bei K&B ist typischerweise Druck, Verpackung und Dokumentation.
Der Vorteil einer Traditionsmarke
Bei Enterprise-Kunden öffnet die Tradition Türen. Ein Pharma-Unternehmen, das Produktauthentifizierung einführt, vertraut eher einem 200-Jahre-Haus als einem Jungunternehmen — selbst wenn die Tech vergleichbar ist.
Die Kultur-Challenge
Julian ist offen: Deep-Tech innerhalb eines traditionsreichen Maschinenbauers zu bauen, ist kulturell anspruchsvoll. Entscheidungswege sind länger, Budget-Prozesse langsamer, Rekrutierung anders. Der Vorteil: Stabilität, Kundenzugang, Marken. Der Preis: Geschwindigkeit.
Was andere Industrie-Konzerne lernen können
- Nutzt eure Marke als Marktzugang. Startups haben diesen Hebel nicht.
- Schafft Schutzraum für Innovations-Einheiten. Ohne das bleiben sie Prozess-Opfer.
- Rekrutiert gezielt außerhalb der Kernbranche. Deep-Tech braucht andere Profile.
Warum mich das besonders umtreibt
Ich glaube, dass deutsche Industrie-Traditionsunternehmen eine unterschätzte Chance haben, die Deep-Tech-Welle mitzugestalten — wenn sie den kulturellen Spagat schaffen. Koenig & Bauer ist ein lebendes Beispiel, wie das aussehen kann. Für CDOs in ähnlichen Häusern: Diese Folge zeigt, dass "alt" und "innovativ" kein Widerspruch sein muss.