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Podcast-Cover MDIBTY Folge 303 mit Julija Z., Vodafone Deutschland

Folge 303

Cloud ohne Plan? Warum Transformation immer Ziele braucht

Julija Z., Vodafone (3/4), über Pre-Sales-Realität, Mittelstand-Reifegrad und den größten Denkfehler bei Cloud-Migrationen

Julija Z.

Head of Solution Design Geschäftskunden, Vodafone Deutschland

·46:02 Std. ·6 min Lesezeit

3 Erkenntnisse aus dieser Folge

  1. 01

    Cloud-Migration ohne Ziel ist Kostenverschiebung, keine Transformation. Wer nicht vorher weiß, welchen Business-Hebel er freischalten will, zahlt mehr für die gleichen Prozesse — nur eben in AWS.

  2. 02

    Der deutsche Mittelstand ist reifer beim Thema Cloud als sein Ruf vermuten lässt — aber die Entscheidung liegt in 70 % der Fälle immer noch im Security-Reflex, nicht in der Wertschöpfungslogik.

  3. 03

    Pre-Sales-Consulting ist der unterschätzteste Hebel einer Cloud-Transformation. Wer hier nur einen Angebots-Sklave sitzen hat, verbrennt Kundenbudgets — wer hier echte Solution-Architekten positioniert, gewinnt den Auftrag und hält ihn.

Worum es in dieser Folge geht

Teil 3 einer 4-teiligen Vodafone-Serie. Julija verantwortet das Solution Design für Geschäftskunden — vom Startup über den Mittelstand bis zum Konzern und zur öffentlichen Verwaltung. Ihr Team sind Customer-Solution-Architekten, die in der Pre-Sales-Phase eng mit Kund:innen arbeiten, bevor ein Vertrag unterschrieben wird.

Die Frage, mit der wir einsteigen, ist für mich eine der zentralen in 2025/2026: Wo steht der deutsche Mittelstand wirklich bei Cloud? Marketing-Geschichten sagen "alle sind schon in der Cloud". Julijas Tagesgeschäft erzählt eine andere, ehrlichere Version.

Die Storyline

Die Rolle von Vodafone — und warum sie ausgerechnet Cloud beraten

Wenn man "Vodafone" hört, denkt man an Internet- und Handyverträge, nicht an Cloud-Transformation. Genau dieses Vorurteil klopft Julija in der ersten Folgenhälfte weg: Vodafone ist für viele Mittelständler der erste Partner, weil das Vertrauen über 20 Jahre Infrastruktur-Lieferung existiert. Das macht aus Vodafone einen natürlichen Berater, wenn es um Cloud, Security und Transformation geht.

Der größte Denkfehler — Cloud kaufen ohne Ziel

Bevor wir über Technologie reden, fragen wir: Wohin wollt ihr? Und warum wollt ihr dorthin? Diese zwei Fragen blockieren oft mehrere Workshops — und sind trotzdem die wichtigsten.

— Julija Z.

Julija sagt offen: Viele Unternehmen kommen mit dem Wunsch "Wir müssen in die Cloud" — ohne definieren zu können, welchen konkreten Business-Wert sie daraus ziehen wollen. Die Motivation ist häufig Druck (der Wettbewerb, der Vorstand, das Risiko). Das ist ein denkbar schlechter Startpunkt für ein Millionen-Projekt.

Wo der Mittelstand wirklich steht

Die Zahl ist Julijas Schätzung aus ihrer täglichen Praxis. Der Reflex, mit dem Mittelständler in Cloud-Gespräche gehen, ist Sicherheit: Wo liegen meine Daten? Wer hat Zugriff? Was passiert bei Ausfall? Das ist nicht falsch — aber es blockiert die entscheidende Frage: Was gewinne ich damit?

Sie beschreibt die besten Kund:innen-Gespräche als diejenigen, in denen Security geklärt wird (als Grundvoraussetzung), und dann Raum für die strategische Frage entsteht: Skalieren wir schneller? Bringen wir Produkte früher auf den Markt? Nutzen wir Analytics- und AI-Services, die on-premise schwer zu bauen sind?

Die Pre-Sales-Qualität entscheidet

Einer der Punkte, die mir in der Folge am stärksten in Erinnerung bleiben: Julija sagt, dass der Pre-Sales-Consultant den Unterschied zwischen einem funktionierenden und einem scheiternden Cloud-Projekt macht. Nicht die Sales-Person. Nicht die Implementierung. Der erste technische Gesprächspartner, der Fragen stellt wie "Warum wollt ihr das?" und "Wie messt ihr Erfolg?".

Das ist eine Beobachtung, die weit über Vodafone hinausgeht. Die meisten B2B-IT-Deals werden in den ersten zwei Gesprächen gewonnen oder verloren — genau dann, wenn Architektur-Entscheidungen und Kundenerwartungen in Einklang gebracht werden.

Was Gewinner anders machen

Julija beschreibt das Muster der Gewinner sehr direkt: 1. Sie klären die Frage "Warum Cloud?" mit einer klaren Geschäftslogik — nicht mit Buzzwords. 2. Sie verstehen, dass Transformation ein mehrjähriger Prozess ist, keine Migration am Wochenende. 3. Sie akzeptieren, dass manche Workloads nie in die Cloud gehören — und das ist okay. 4. Sie messen Erfolg an Business-KPIs, nicht an Migrations-KPIs.

Warum mich das besonders umtreibt

Ich habe selbst in mehreren Rollen gesehen, wie Cloud-Projekte aufgesetzt werden — und wie oft der "Warum"-Teil übersprungen wird. Es ist bequemer, über Anbieter, Preise und Architekturen zu reden als über das Geschäftsziel. Das rächt sich nach 12-18 Monaten: Die Migration läuft, die Kosten steigen, der Business-Wert bleibt aus. Julijas Folge liefert die Sprache, mit der du als CDO oder IT-Verantwortliche:r diese Frage wieder in den Raum holst — und zwar bevor der Vertrag unterschrieben ist, nicht danach.

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