In Folge 302 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Laura B. (IoT Innovation Lead, Vodafone Deutschland) über IoT Use Cases. Konkret: IoT-Cases scheitern selten an Technik. Sie scheitern an der Frage, was mit den Daten geschehen soll, nachdem der Sensor sie gesendet hat.
3 Erkenntnisse aus dieser Folge
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IoT-Cases scheitern selten an Technik. Sie scheitern an der Frage, was mit den Daten geschehen soll, nachdem der Sensor sie gesendet hat.
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Das Vodafone-Innovation-Lab zeigt: Die wirkungsvollsten Use Cases sind oft unspektakulär — smarte Bojen im Wasser, Temperaturkontrolle in der Schokoladenlinie. Nutzen schlägt Glamour.
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Realtime ist kein Feature, sondern Voraussetzung. Wer IoT-Daten erst am Monatsende auswertet, hat kein IoT — er hat Fernüberwachung im Rückspiegel.
Worum es in dieser Folge geht
Laura führt das IoT-Innovation-Lab bei Vodafone und hat eine bemerkenswerte Fähigkeit: Sie kann komplexe IoT-Architekturen in ganz konkrete, anfassbare Alltagscases übersetzen. Genau das mache ich mit ihr in dieser Folge — bewusst keine Theorie-Debatte, sondern Use Cases zum Anfassen.
Die Storyline
Die Bandbreite der Use Cases
IoT ist wirklich vielfältig einsetzbar. Nachhaltigkeit, Produktion, Landwirtschaft — überall, wo wir physische Welt vermessen und darauf reagieren müssen.
Laura erwähnt konkret den HydroSense — eine smarte Boje, die Wasserqualität misst und bei Abweichungen automatisch Alarm gibt. Nicht sexy, aber wichtig: Für Wasserversorger oder Aquakultur-Betriebe spart das Personal und minimiert Risiken.
Die eigentliche Kunst
Laura wird sehr konkret: Sensoren sind Commodity. Entscheidend ist, was nach dem Sensor kommt — die Pipeline, das Data Warehouse, die Alerting-Logik, die Integration in bestehende ERP-Systeme. Wer nur auf die Sensor-Hardware schaut, hat 20 % des Problems gelöst.
Realtime als Pflicht, nicht Kür
Eine These, die Laura stark vertritt: Echte IoT-Cases brauchen Realtime. Wenn eine Boje Alarm schlägt, muss die Reaktion in Minuten kommen, nicht am nächsten Werktag. Das stellt Anforderungen an die komplette Architektur — vom Edge-Computing bis zur Incident-Response-Logik.
Das Innovation-Lab als Methode
Laura beschreibt, wie im Lab gearbeitet wird: Hypothese, Prototyp, Testfeld, Skalierung. Keine Strategie-PowerPoints, sondern kleine, schnelle Experimente. Was funktioniert, wird skaliert. Was nicht funktioniert, wird dokumentiert und beerdigt.
Was Unternehmen mitnehmen können
- Verbringen Sie die ersten Gespräche nicht mit Sensor-Auswahl. Sprechen Sie über den Geschäftsprozess, den der Sensor unterstützen soll.
- Planen Sie den Rückkanal. Was passiert bei Alarm? Wer reagiert? Wie schnell?
- Denken Sie in Lebenszyklen. Sensoren halten 5-10 Jahre. Die Integration muss das mitdenken.
Warum mich das besonders umtreibt
Ich sehe in deutschen Industrieunternehmen regelmäßig IoT-Projekte, die technisch brillant und betriebswirtschaftlich wirkungslos sind. Laura zeigt den pragmatischen Weg: Kleiner Nutzen, früh sichtbar, skalierbar. Das ist die Variante, die in Bilanz-Reviews überlebt.