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Podcast-Cover MDIBTY Folge 298 mit Kevin S., Rittal

Folge 298

Von Print zu Plattform: B2B-Marketing neu gedacht

Kevin S. (Rittal) über den Abschied vom Produktkatalog und wie ein 100-Jahre-Industrieunternehmen digital-nativer wird als mancher Konkurrent

Kevin S.

Head of Digital Marketing, Rittal

·40 Min. ·5 min Lesezeit

In Folge 298 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Kevin S. (Head of Digital Marketing, Rittal) über Industrial Marketing. Konkret: Der Print-Katalog ist in Industrie-B2B noch immer der unsichtbare König. Wer ihn nicht sinnvoll digital ablöst, spart kein Budget — sondern ersetzt nur eine Format-Frage, ohne den Kundenprozess zu verbessern.

3 Erkenntnisse aus dieser Folge

  1. 01

    Der Print-Katalog ist in Industrie-B2B noch immer der unsichtbare König. Wer ihn nicht sinnvoll digital ablöst, spart kein Budget — sondern ersetzt nur eine Format-Frage, ohne den Kundenprozess zu verbessern.

  2. 02

    Internationalisierung im B2B-Marketing ist eine Daten-Frage: Welche Regionen erhalten welche Botschaft? Ohne sauberen Segmentierungs-Layer werden lokale Teams frustriert oder ignoriert.

  3. 03

    Die Daten-Kultur in der Industrie unterschätzt regelmäßig einen Hebel: Lead-Scoring mit First-Party-Verhaltensdaten. Wer seine digital-interaktiven Leads nicht priorisiert, lässt Umsatz liegen.

Worum es in dieser Folge geht

Kevin leitet das Digital Marketing bei Rittal — einem der weltgrößten Anbieter für Schaltschrank- und Enclosure-Lösungen. Das ist Industrie-B2B in Reinform. Traditionell bedeutet das: Dicke Produktkataloge, Fachmessen, Außendienst. Kevin transformiert das gerade in ein Plattform-Modell.

Die Storyline

Warum Rittal anders denken muss

Unsere Kunden sind Ingenieure und Planer. Die wollen keine Werbung. Sie wollen, dass wir ihnen den richtigen Bauteil-Finder in genau dem Moment liefern, in dem sie ihn brauchen.

— Kevin S.

Das ist der strategische Kern: In Industrie-B2B geht Marketing nicht über Begehrlichkeit, sondern über Nützlichkeit. Wer die besten digitalen Tools zur Produktauswahl, Konfiguration und Integration liefert, gewinnt den Auftrag.

Der Abschied vom Katalog — und was dazwischen lag

Kevin ist ehrlich: Transformationen wie diese dauern. Kataloge haben bei Rittal eine 60-jährige Tradition. Sie durch Plattformen zu ersetzen, bedeutet, auch bei Kunden Gewohnheiten zu ändern.

Internationalisierung als Data-Challenge

Rittal operiert in 90+ Ländern. Das bedeutet: Jede Marketing-Maßnahme muss die Frage beantworten, welche Region welche Variante erhält. Ohne sauberen Segmentierungs- und Daten-Layer werden lokale Teams entweder frustriert (zu wenig Kontrolle) oder ignoriert (zu viel Zentrale).

Lead-Scoring als unterschätzter Hebel

Der Teil, der mich am stärksten überzeugt hat: Rittal nutzt First-Party-Verhaltensdaten (Katalog-Downloads, Konfigurator-Nutzung, Support-Anfragen) als Lead-Scoring-Signal. Wer einen Konfigurator komplett durchklickt, ist meilenweit mehr wert als jemand, der ein Whitepaper lädt. Das sauber zu operationalisieren, ist die halbe Miete in der Vertriebsübergabe.

Was Industrie-B2B-Unternehmen mitnehmen können

  1. Denken Sie Marketing als Tool-Lieferant, nicht als Werbekanal.
  2. Behandeln Sie First-Party-Daten wie Produktionsanlagen. Wartung, Dokumentation, Ownership.
  3. Internationalisieren Sie über Daten-Layer, nicht über Übersetzungen.

Warum mich das besonders umtreibt

Rittal ist ein Hidden-Champion-Musterbeispiel: Global führend, im deutschen Medienmainstream unterbelichtet. Kevins Folge zeigt, dass dort eine Digital-Marketing-Arbeit passiert, die sich vor keinem E-Commerce-Champion verstecken muss. Für die große deutsche Industrie ist das ein sehr lehrreiches Beispiel — und für alle, die in ähnlichen Strukturen arbeiten, eine realistische Blaupause.

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