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KI-Governance-Vortrag

Für Geschäftsleitung und Data-Verantwortliche. Warum KI-Governance die Rechnung für die Data Governance ist, die nie fertig wurde.

Aus 19 Gesprächen 2020–2026 · 20 / 30 / 45 Min · DACH

Die Hochrisiko-Pflichten des EU AI Act wurden im Juni 2026 um 16 Monate verschoben. Der äußere Druck ist damit weg — und genau jetzt zeigt sich, welche Unternehmen KI-Governance als Fähigkeit aufgebaut haben und welche nur Compliance abgearbeitet haben. Jonas Rashedi hält dazu einen Vortrag, der nicht bei der Verordnung anfängt, sondern bei der Frage, warum das Thema in den meisten Häusern verbrennt, bevor es beginnt.

Die These: KI-Governance ist keine neue Aufgabe

Fast jedes Unternehmen im deutschsprachigen Raum hat in den letzten zwei Jahren ein KI-Programm gestartet. Und fast jedes stellt gerade fest, dass es an derselben Stelle stockt: Niemand kann sagen, welche Daten in ein Modell fließen, wer sie freigeben darf und wer haftet, wenn das Ergebnis falsch ist.

Das ist kein KI-Problem. Das ist ein altes Datenproblem, das jetzt teurer wird.

Die Kernthese des Vortrags: KI-Governance ist nicht das nächste Thema nach Data Governance. Es ist die Rechnung für die Data Governance, die nie fertig wurde.

Jonas Rashedi verantwortet als Chief Digital Officer bei FALKE IT, Daten und KI in der Geschäftsleitung. Parallel führt er seit 2020 wöchentlich Gespräche mit CDOs, CIOs und Data-Verantwortlichen — inzwischen über 330 Folgen. Der Vortrag speist sich aus 19 dieser Gespräche, geführt zwischen 2020 und 2026. Er zeigt damit nicht eine Meinung, sondern ein Muster über sechs Jahre.

EU AI Act: Was für den Mittelstand 2026 und 2027 wirklich gilt

Die Verschiebung ist der aktuelle Anlass des Vortrags, aber nicht sein Inhalt. Wichtig ist die Unterscheidung, die in der Berichterstattung oft untergeht:

Belege: TÜV Consulting zum Digital Omnibus · SRD Rechtsanwälte: Was ab 2. August 2026 gilt · Stand: August 2026 — die Fristen können sich erneut ändern.

Der Vortrag behandelt die Regulierung als Randbedingung, nicht als Gegenstand. Wer eine Rechtsberatung sucht, ist bei einer Kanzlei besser bedient. Wer wissen will, wie man Governance in einer Organisation durchsetzt, in der niemand darauf gewartet hat, ist hier richtig.

Warum das Thema verbrennt, bevor es anfängt

Die häufigste Ursache ist kein Budget- und kein Toolproblem. Es ist ein Wortproblem.

„Ich habe das Gefühl, dass das Wort Data Governance selber einfach schon zu sehr viel Missverständnis und Bias führt, weil Governance halt so viel negative Konnotation hat. Viele Kunden sagen, wir wollen das Wort gar nicht benutzen, sondern wir machen es einfach und nennen es was anderes. Und das funktioniert einfach trotzdem."

Tiankai Fischer, ThoughtWorks · MY DATA IS BETTER THAN YOURS Folge 203

Der Vortrag zeigt an einem Konzernbeispiel, wie Governance zum Engpass wird — nicht weil ein Projekt scheitert, sondern weil es funktioniert:

„Das größte Problem, was wir aktuell haben, ist die Data Governance dahinter. Wer darf eigentlich das sehen, was wir zur Verfügung haben? Das ist wahnsinnig schwierig, diese Strukturen durch die Organisation durchzutragen und global zu vereinheitlichen."

Data-Verantwortlicher bei Siemens Energy · Folge 319, über ein Data Mesh mit mehr als 30 Werken

Das ist die Umkehrung, die der Vortrag beim Publikum auslöst: Governance ist nicht die Bremse vor dem Projekt. Sie ist die Decke, gegen die es stößt, sobald es Erfolg hat.

Die historische Klammer: eine unsichtbare Disziplin

Als Ignaz Semmelweis 1847 an der Wiener Gebärklinik Händedesinfektion mit vierprozentiger Chlorkalklösung anordnete, fiel die Kindbettfieber-Sterblichkeit von über 18 Prozent auf 5,04 Prozent im Jahr 1847 und 1,1 Prozent im Jahr 1848 — ein Rückgang um rund 90 Prozent. Die medizinische Zunft lehnte ihn trotzdem ab. Er hatte die Zahlen. Es reichte nicht.

Belege: MedUni Wien, medizinhistorische Bestände · science.ORF.at: Als Händewaschen umstritten war

Der Vergleich trägt weiter, als er zunächst wirkt: Der Widerstand war nicht technisch — Chlorkalk war verfügbar. Er war kulturell. Der Nutzen zeigte sich nur als ausgebliebener Schaden. Und niemand bekam Applaus fürs Händewaschen.

Genau das ist die Lage von KI-Governance im Jahr 2026.

Was Teilnehmende mitnehmen

  1. Warum eine verschobene Regulierungsfrist die schlechteste Nachricht für ein KI-Programm ist — und woran man erkennt, ob im eigenen Haus jetzt Governance gebaut oder nur eine Deadline abgehakt wird.
  2. Wie sich Governance gegenüber einem CFO in 90 Sekunden rechnet. Der Vortrag rechnet eine Kalkulation vor, die 2021 in einem Telekommunikationskonzern entstanden ist und seit fünf Jahren fast nie erzählt wurde.
  3. Vier Maßnahmen, die am Montag starten können — ohne Tool-Einkauf, ohne Gremium und ohne 300-Seiten-Dokument. Darunter die Regel, das Wort „Governance" in der Kommunikation zu vermeiden.

Format und Zuschnitt

Der Vortrag läuft als Keynote in 20, 30 oder 45 Minuten. Die 30-Minuten-Fassung ist die für Fachkonferenzen und Führungskräftetagungen empfohlene Variante: Sie enthält die vollständige Argumentation, lässt den regulatorischen Detailteil aber weg.

Der Zuschnitt unterscheidet sich nach Publikum. Vor Geschäftsleitungen steht der Business Case im Zentrum, vor Data- und IT-Verantwortlichen die drei Punkte, in denen sich die Praktiker im Podcast offen widersprechen — zentral gegen dezentral, Anreiz gegen Regel, und die Frage, ob KI-Governance überhaupt etwas Neues ist.

Auf Wunsch lässt sich der Vortrag mit einer Live-Aufnahme des Podcasts vor Publikum kombinieren — ein Format, das Jonas Rashedi unter anderem bei der d3con, den Medientagen München und der K5 Future Retail Conference gehalten hat.

Alle Formate, technischen Anforderungen und Honorarfragen: Übersicht Keynote-Formate