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CDP-Preise im Vergleich: Segment, Tealium, RudderStack, mParticle (DACH)
Stand: Juli 2026 · von Jonas Rashedi (Ex-CDO, Host MY DATA IS BETTER THAN YOURS)
Von den großen CDP-Anbietern publizieren nur RudderStack (Growth ab 265 $/Monat), Twilio Segment (Connections ab 120 $/Monat) und DinMo (ab 350 €/Monat) öffentliche Listenpreise — Tealium und mParticle arbeiten mit Verhandlungspreisen. Eine ausgebaute Enterprise-CDP liegt im DACH-Raum realistisch bei 100.000 bis 200.000 Euro pro Jahr. Jonas Rashedi (Ex-CDO) vergleicht hier Preismodelle, belegte Preispunkte und Kostentreiber.
Jede Zahl auf dieser Seite ist mit Quelle und Abrufdatum (18.07.2026) belegt — und am Ende steht ein TCO-Rechenbeispiel für ein deutsches SaaS-Unternehmen.
Was kosten Twilio Segment, Tealium, RudderStack und mParticle?
| Anbieter | Preismodell | Öffentliche Preispunkte | Kostentreiber |
|---|---|---|---|
| Twilio Segment | MTU-basiert (Monthly Tracked Users = bekannte Nutzer + anonyme Besucher) | Connections: Free (bis 1.000 Visitors/Mo) · Team ab 120 $/Mo für 10.000 Visitors, weitere MTUs 10–12 $ je 1.000. Das eigentliche CDP-Bundle (Connections + Unify + Engage): kein öffentlicher Listenpreis, nur „Contact Sales". | Traffic — auch anonyme Besucher zählen als MTU |
| Tealium | Consumption-based, Verhandlungspreis | Kein öffentlicher Listenpreis für die CDP-Module. Einziger offizieller Preispunkt: Data Cloud Activation 1.000 $/Mo (jährliche Abrechnung). Drittquellen (Vendr) schätzen typische Verträge auf 75.000–600.000 $/Jahr — das ist eine Marktbeobachtung, kein Listenpreis. | Unique Visitors, gebuchte Module (iQ, EventStream, AudienceStream), Event-Volumen, Laufzeit |
| RudderStack | Event-basiert | Free: 250.000 Events/Mo dauerhaft · Growth: ab 265 $/Mo ab 1 Mio. Events (Staffeln bis 25 Mio.), −15 % bei Jahreszahlung · Enterprise: Custom. | Event-Volumen — planbarer als MTU, aber Streaming-Use-Cases treiben schnell |
| mParticle | Verhandlungspreis | Keine öffentlichen Preise — die Pricing-Seite führt ausschließlich auf eine Angebots-Anfrage. | MTU/Event-Volumen und Modulumfang (verhandelt) |
| Hightouch (Composable) | Usage-based, keine MTU-Limits | Free-Tier: Basic Reverse ETL (bis 2 aktive Syncs). Composable-CDP- und AI-Pakete: keine öffentlichen Preise. | Syncs/Destinations statt Nutzerzahl — das Warehouse bezahlst du separat |
| DinMo (Composable) | Destination-basiert | Startup 250 €/Mo (nur für Firmen ≤ 20 MA bzw. bis Seed) · Starter ab 350 €/Mo (bis 200.000 Kontakte, 2 Destinations) · Business ab 1.000 €/Mo (bis 1 Mio. Kontakte, 4 Destinations), +750 € je weitere 1 Mio. aktive Kontakte. | Zahl der Destinations + aktive Kontakte |
Quellen (alle abgerufen am 18.07.2026): Segment Connections Pricing · Segment CDP-Bundle · Tealium Pricing · Vendr-Marktdaten Tealium · RudderStack Pricing · mParticle Pricing · Hightouch Pricing · DinMo Pricing.
Welches Preismodell passt zu welchem Unternehmen?
MTU-basiert (Segment): fair bei loyalen Bestandskunden, teuer bei viel anonymem Traffic — Content-Sites und Shops mit hoher Reichweite zahlen für Besucher, die nie Kunden werden. Vorab die eigene MTU-Zahl (bekannte Nutzer + anonyme Besucher) realistisch schätzen.
Event-basiert (RudderStack): am besten planbar, wenn du dein Tracking im Griff hast. Ein aufgeräumter Tracking-Plan spart hier direkt Geld — jedes überflüssige Event kostet.
Consumption/Verhandlung (Tealium, mParticle): maximale Flexibilität im Enterprise-Kontext, aber ohne Vergleichsangebote keine Preistransparenz. Faustregel aus meiner Beratungspraxis: nie ohne zweites Angebot und nie ohne definierte Ausbaustufen verhandeln.
Destination-/Sync-basiert (DinMo, Hightouch): der Composable-Ansatz rechnet sich, wenn ein Data Warehouse schon existiert — du bezahlst die Aktivierung, nicht die Datenhaltung. Existiert kein Warehouse, kommt dessen Aufbau als verstecktes Projekt obendrauf. Mehr dazu im CDP-Leitfaden.
TCO-Rechenbeispiel: deutsches SaaS mit 500.000 Besuchern/Monat
Lizenz ist nicht gleich Kosten. Für ein mittelgroßes deutsches SaaS (B2B/B2C-Mix, ~500.000 Besucher/Monat, davon 50.000 bekannte Nutzer, ~5 Mio. Events/Monat) sieht eine ehrliche Drei-Jahres-Rechnung so aus:
| Kostenblock | Packaged CDP (Verhandlungspreis) | Event-basiert (RudderStack Growth) | Composable (DinMo auf bestehendem Warehouse) |
|---|---|---|---|
| Lizenz / Jahr | ~100.000–200.000 € (Verhandlungsband, s. o.) | ~15.000–25.000 € (5 Mio. Events, Jahresrabatt; Staffel laut Preisliste) | ~12.000–24.000 € (Business-Tier je Kontakten/Destinations) |
| Implementierung (einmalig) | 50.000–150.000 € mit Partner | 20.000–60.000 € (Tracking-Plan!) | 10.000–40.000 € — setzt sauberes Warehouse voraus |
| Laufender Betrieb / Jahr | 0,5–1 FTE | 0,5–1 FTE (Data Engineering) | 0,5 FTE + Warehouse-Kosten separat |
Die Lizenz-Spannen für Verhandlungspreis-Anbieter sind Markteinordnungen aus Drittquellen und Gesprächen, keine Listenpreise. Die Implementierungs- und Betriebsblöcke sind Erfahrungswerte aus Projekten — im Podcast benennt auch der Gast von der Handelsblatt Media Group Lizenzierung und Implementierungspartner als die zwei getrennten Kostenblöcke (zur Folge).
Die Gegenrechnung, die den Business Case trägt, habe ich im Podcast mit Tealium-DACH-Chef Julian Liesner durchgespielt: Wer 100.000–200.000 Euro jährlich in eine CDP investiert und damit im ersten Jahr rund 20 Prozent seiner Marketingkosten effizienter macht, hat die Plattform allein über Media-Einsparungen bezahlt (zur Folge). Voraussetzung: Die Use Cases existieren wirklich — sonst gilt die Warnung von Robin Geier (mParticle): „Sie haben einen Wunsch, kein Use Case mit Zielen und KPIs." (zur Folge)
Ab wann lohnt sich eine CDP überhaupt?
Unterhalb einer gewissen Audience-Größe rechnet sich der Invest nicht — das sagen ausgerechnet die Praktiker aus Konzernen. Bei O2 wurde vorgerechnet: Wenn eine teuer aufgebaute Audience am Ende nur 300.000–400.000 Kunden umfasst, „musst du sehr viele Effizienzen heben, um eine CDP lohnenswert zu machen" (zur Folge). Und aus der Tealium-Folge stammt die ehrliche Mittelstands-Grenze: Kleinunternehmen und manche B2B-Mittelständler haben schlicht nicht das Volumen, um Automatisierungs-Use-Cases zu bespielen.
Meine Empfehlung als Ex-CDO: Erst den Use Case beziffern, dann das Preismodell wählen, dann den Anbieter. Für die Anbieter-Auswahl nach Kriterien nutze den interaktiven CDP-Vergleich, für die Mittelstands-Frage die Seite Die besten CDPs für den Mittelstand.
Häufige Fragen
Was kostet Twilio Segment in Deutschland?
Segment Connections ist öffentlich bepreist: Free bis 1.000 Besucher/Monat, Team ab 120 $/Monat für 10.000 Besucher, weitere MTUs 10–12 $ je 1.000. Das volle CDP-Bundle (Connections + Unify + Engage) hat keinen öffentlichen Listenpreis und wird individuell angeboten. (Stand: Juli 2026)
Was kostet Tealium?
Tealium publiziert für seine CDP-Module keinen Listenpreis; einziger offizieller Preispunkt ist Data Cloud Activation für 1.000 $/Monat. Drittquellen wie Vendr beobachten typische Vertragswerte zwischen 75.000 und 600.000 $/Jahr je nach Volumen und Modulen. (Stand: Juli 2026)
Ist RudderStack günstiger als Segment?
Bei hohem anonymem Traffic meist ja: RudderStack rechnet event-basiert (Growth ab 265 $/Monat ab 1 Mio. Events) statt MTU-basiert — anonyme Besucher kosten nicht automatisch extra. Bei kleiner, loyaler Nutzerbasis kann Segments MTU-Modell wiederum günstiger sein. Entscheidend ist die eigene Traffic-Struktur.
Was ist die günstigste CDP für den Einstieg?
Mit öffentlichen Preisen: DinMo ab 350 €/Monat (Composable, setzt ein Data Warehouse voraus) und RudderStack Free mit 250.000 Events/Monat. Bei den packaged CDPs bietet Custobar mit Einstieg um 500 €/Monat einen transparenten Retail-fokussierten Einstieg.
Transparenz: Tealium ist zahlender Partner der Vergleichssektion. Das ändert nichts an den Zahlen auf dieser Seite — alle Preisangaben stammen aus den verlinkten öffentlichen Quellen, und fehlende Listenpreise werden als solche benannt.