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Podcast-Cover MDIBTY Folge 224 mit Christoph P., State of Process Automation

Folge 224

Wann automatisiert man Prozesse?

Christoph P. (State of Process Automation) über die Kriterien für Automatisierung, häufige Fehler und wann man besser die Finger davon lässt

Christoph P.

Gründer, State of Process Automation

·36:48 Std. ·5 min Lesezeit

3 Erkenntnisse aus dieser Folge

  1. 01

    Die erste Frage ist nicht 'wie automatisieren wir das?', sondern 'brauchen wir diesen Prozess überhaupt?'. Viele Prozesse sind historisch — nicht notwendig.

  2. 02

    Automatisierung lohnt sich bei hoher Repetition, klarer Logik, stabiler Input-Qualität. Wo einer der drei Faktoren fehlt, wird es teurer als manuell.

  3. 03

    Der häufigste Fehler ist Over-Engineering. Unternehmen bauen RPA-Systeme, die mehr Wartung verschlingen, als sie je sparen.

Worum es in dieser Folge geht

Christoph hat State of Process Automation gegründet — ein Unternehmen, das Organisationen bei der Automatisierung hilft und dabei ehrlich berät, wann sich Automatisierung lohnt und wann nicht.

Die Storyline

Die erste, wichtigste Frage

Bevor ich automatisiere, frage ich: Brauchen wir diesen Prozess überhaupt in dieser Form? Die meisten Unternehmen können 20-30 % ihrer Prozesse einfach streichen — und automatisieren stattdessen den Rest gar nicht erst.

— Christoph P.

Das ist die produktivste Disziplin vor jeder Automatisierungs-Initiative.

Die drei Kriterien

  1. Hohe Repetition: Lohnt sich nur bei Prozessen, die oft laufen.
  2. Klare Logik: Wenn-Dann-Regeln müssen zuverlässig formulierbar sein.
  3. Stabile Input-Qualität: Garbage in → Garbage out, automatisch.

Der Over-Engineering-Fehler

Christoph beschreibt, wie RPA-Systeme in vielen Unternehmen mehr Wartung kosten als Einsparung bringen. Jede Prozess-Änderung verlangt Update der Automation, jeder Output-Error braucht Debugging. Wer das nicht einkalkuliert, baut dauerhaft teure Systeme.

Wann lieber manuell

Manche Prozesse bleiben besser manuell: - Seltene Prozesse (weniger als 10x pro Monat). - Variable Logik (jeder Fall ist anders). - Volatile Inputs (Formate, Anbieter, Schnittstellen ändern sich regelmäßig).

Was Unternehmen tun sollten

  1. Prozess-Inventar machen. Welche Prozesse gibt es wirklich?
  2. Streichen vor Automatisieren. Was kann weg?
  3. Automatisieren, wo die 3 Kriterien stimmen.
  4. Nicht automatisieren, wo sie nicht stimmen. Das ist keine Faulheit — es ist Pragmatismus.

Warum mich das besonders umtreibt

Automation hat seit Jahren einen guten Ruf, der nicht immer gerechtfertigt ist. Christophs Folge ist der gute Reality-Check. Für alle, die gerade RPA- oder Workflow-Projekte planen: reinhören.

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