3 Erkenntnisse aus dieser Folge
- 01
Die EHI-Studie zeigt: 80 % der Händler diskutieren KI, 20 % haben echte produktive Cases. Diese Lücke ist nicht dramatisch — aber sie muss ehrlich benannt werden.
- 02
Die produktivsten KI-Cases im Handel sind erstaunlich unsexy: Bedarfsprognose, Preisoptimierung, Sortimentsanalyse. Das sind nicht die Themen, mit denen Händler gern werben — aber es sind die, die funktionieren.
- 03
Branchen-Studien sind für CDOs unterschätzte Werkzeuge. Wer eine Referenz-Studie zitiert, entgeht Einzel-Diskussionen mit Management-Ebenen.
Worum es in dieser Folge geht
Imke leitet Research beim EHI Retail Institute — einem der zentralen Forschungsinstitute im deutschen Handel. Wir sprechen in der Folge über die aktuelle EHI-KI-Studie und was sie über den Zustand des deutschen Handels erzählt.
Die Storyline
Die Studie in Zahlen
Imke ist nüchtern: Die Ambition ist hoch, die Umsetzung hängt hinterher. Das ist kein Grund zur Panik — aber ein Anlass, die Kommunikation in der Branche realistischer zu machen.
Was produktiv läuft
Die KI-Cases, die heute produktiv laufen, sind selten die, mit denen Händler werben. Es sind die langweiligen, nützlichen Anwendungen: Bedarfsprognose, Preisbildung, Sortimentsanalyse.
Das sind keine Konferenz-Stories. Aber sie sparen Millionen, reduzieren Verderb, verbessern Verfügbarkeit. Der Wert entsteht aus Routine-Anwendung, nicht aus Innovations-Theater.
Was nicht produktiv läuft
- Generative KI für Content-Produktion bleibt noch zu oft Spielerei.
- Customer-Service-Chatbots erreichen oft nicht die versprochene Qualität.
- "Personalization at Scale" ist in vielen Häusern weiter Marketing-Begriff als Realität.
Was CDOs aus Studien ziehen können
Imke macht einen wichtigen Punkt: CDOs können Branchen-Studien als Diskussions-Anker nutzen. Statt mit dem eigenen Vorstand über "wo stehen wir?" zu streiten, ermöglicht eine externe Studie eine neutrale Referenz. Das spart Monate an politischen Diskussionen.
Die wichtigsten Methodik-Hinweise
Imke erklärt, wie die Studie methodisch aufgesetzt ist: Befragung, qualitative Interviews, Triangulation mit Umsatzdaten. Sie weist auf Grenzen hin (Selbst-Auskunft kann idealisiert sein) — und macht deutlich, dass Studien Referenzen, nicht Wahrheiten sind.
Warum mich das besonders umtreibt
Gute Branchen-Studien sind rar und wertvoll. Imkes Folge zeigt, wie man sie liest, einsetzt und auch kritisch betrachtet. Für CDOs im Handel ist das Pflicht — aber auch für CDOs anderer Branchen, die strukturell vergleichbare Adoptions-Dynamiken beobachten.