In Folge 251 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Ole B. (Principal Portfolio Operations, Project A Ventures) über Driver Tree. Konkret: Ein Treiberbaum zwingt zur Präzision: Welche Hebel treiben welche KPI? Viele Unternehmen kommen bei dieser Übung in Schwierigkeiten — weil die Verbindungen weniger klar sind, als sie dachten.
3 Erkenntnisse aus dieser Folge
- 01
Ein Treiberbaum zwingt zur Präzision: Welche Hebel treiben welche KPI? Viele Unternehmen kommen bei dieser Übung in Schwierigkeiten — weil die Verbindungen weniger klar sind, als sie dachten.
- 02
Der häufigste Fehler: Treiberbäume werden einmal aufgemalt und nie wieder angefasst. Sie sind lebende Dokumente, die an Business-Veränderungen angepasst werden müssen.
- 03
Treiberbäume sind für Startups einfacher als für Konzerne — nicht weil sie kleiner sind, sondern weil Legacy-Komplexität die Kausalitäten verschleiert.
Worum es in dieser Folge geht
Ole arbeitet bei Project A — einem der erfahrensten Operativen-VCs in Europa. Er begleitet Portfolio-Unternehmen bei Daten-Operationalisierung und hat einen methodischen Kompass, der sich von typischen Analytics-Ansätzen unterscheidet. Wir sprechen über Treiberbäume — das Werkzeug, das unterschätzt wird, weil es altmodisch wirkt.
Die Storyline
Was ein Treiberbaum wirklich ist
Ein Treiberbaum ist ein Dokument, das zwingt, eure Geschäftslogik aufzuschreiben. Nicht auf Marketing-Folie, sondern als Kausalkette. Und genau das ist der Grund, warum viele Unternehmen Probleme haben, einen zu erstellen.
Das ist die kluge Pointe. Ein Treiberbaum ist kein Dashboard. Er ist ein Modell des Geschäfts. Er zerlegt eine Top-KPI (z.B. Umsatz) in die Teil-Metriken, die sie bewegen — und die Teil-Metriken weiter in ihre Treiber.
Warum Unternehmen darauf verzichten
- Ehrlichkeits-Zwang: Ein Treiberbaum zeigt, wo Klarheit fehlt.
- Aufwand: Gut gemacht braucht er Wochen in der Business-Logik-Abstimmung.
- Veränderungs-Angst: Wenn die Treiber sich verschieben, muss der Baum mitziehen.
Wie man ihn richtig baut
Ole beschreibt den Ansatz: 1. Top-Down: Welche Kennzahl ist unser Nordstern? 2. Zerlegung: Was treibt sie formal? (Multiplikativ, additiv, konditional) 3. Bottom-Up-Check: Sind die Bottom-Level-Metriken operativ messbar? 4. Konsistenz: Passen Top und Bottom zusammen?
Lebendes Dokument
Der Treiberbaum ist nicht einmal richtig. Wenn sich das Geschäftsmodell verändert — neue Kundengruppen, neue Produkte, neue Kanäle — muss er angepasst werden. Viele Unternehmen vergessen das, und der Baum wird nutzlos.
Konzern-Komplexität
Ole macht einen interessanten Punkt: Startups haben es leichter, einen sauberen Treiberbaum zu bauen. In Konzernen verschleiert Legacy-Komplexität oft die Kausalitäten. Das heißt aber nicht, dass es nicht geht — es heißt, dass es länger dauert.
Warum mich das besonders umtreibt
Ich halte Treiberbäume für eines der unterschätzten Instrumente in CDO-Arbeit. Wer einen stabilen Baum für sein Business hat, gewinnt Diskussionen auf der Management-Ebene. Oles Folge ist eine klare Anleitung — für CDOs und auch für Founder:innen, die ihre Geschäftslogik scharf formulieren wollen.