In Folge 233 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Thomas F. (Head of Digital Marketing & Data, Mazda Motor Europe) über Automotive Data. Konkret: Japanisch geführte Konzerne haben einen anderen Data-Arbeitsstil als westliche — gründlicher, konsensorientierter, langsamer in Entscheidungen. Wer das nicht respektiert, scheitert. Die Folge zeigt: Die eigentliche Kunst ist, lokale Autonomie und zentrale Standards zu vereinen.
3 Erkenntnisse aus dieser Folge
- 01
Japanisch geführte Konzerne haben einen anderen Data-Arbeitsstil als westliche — gründlicher, konsensorientierter, langsamer in Entscheidungen. Wer das nicht respektiert, scheitert.
- 02
Europa als Mazda-Region ist vielfältig: 30+ Märkte, unterschiedliche Händler-Strukturen, unterschiedliche Kundenansprache. Ein einheitliches Daten-Modell für alles wäre Fiktion.
- 03
Die eigentliche Kunst ist, lokale Autonomie und zentrale Standards zu vereinen. Mazda Europa nutzt das Data-Mesh-Prinzip in der Praxis — ohne es so zu nennen.
Worum es in dieser Folge geht
Thomas verantwortet Digital Marketing & Data bei Mazda Motor Europe — einer regional zuständigen Einheit, die zwischen der japanischen Zentrale und 30+ europäischen Märkten vermittelt. Eine spannende Organisation-Case-Study.
Die Storyline
Zwei Kulturen, eine Organisation
Japanische Entscheidungen sind gründlich vorbereitet. Europäische Märkte wollen oft schneller iterieren. Dieses Spannungsfeld muss ich jeden Tag moderieren.
Das ist das Kern-Thema. Ein Plan, der in Europa in zwei Wochen abgestimmt ist, braucht in der japanischen Zentrale manchmal zwei Monate — weil Konsens tiefer gesucht wird. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile.
Die europäische Komplexität
Europäische Automotive-Märkte sind fragmentiert: Andere Händler-Konzentration, andere Leasing-Gewohnheiten, andere Kundenansprache. Ein Daten-Modell, das in allen funktioniert, ist nicht realistisch — Anpassung ist Pflicht.
Mazda's Ansatz
Thomas beschreibt, was in der Praxis funktioniert: 1. Zentrale Plattform für gemeinsame Daten (Fahrzeug-Telemetrie, Konzern-Standards). 2. Lokale Autonomie für Marketing, Händler-Daten, Kampagnen. 3. Gemeinsame Taxonomie als Brücke — wenn Begriffe konsistent sind, funktioniert Integration.
Was andere OEMs mitnehmen
- Zentrale-Region-Spannungen akzeptieren. Sie sind unvermeidbar.
- Taxonomie zuerst. Gemeinsame Begriffe sind wichtiger als gemeinsame Tools.
- Gegenseitige Besuche pflegen. Vertrauen entsteht nicht über Video-Konferenzen.
Warum mich das besonders umtreibt
Internationale Data-Strukturen sind selten ein Thema in deutschen CDO-Diskussionen — obwohl sie fast jeden Konzern betreffen. Thomas bringt eine ehrliche Perspektive und praktische Hinweise. Für CDOs in Japan-, US- oder Asien-verbundenen Konzernen: wertvolle Referenz.