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Customer Insights · Cluster

Descriptive, Predictive, Prescriptive Analytics

Descriptive, Predictive, Prescriptive Analytics: was Jonas Rashedi (Chief Digital Officer, MDIBTY-Host) in diesem Leitfaden-Cluster erklärt. Quelle: seinem Springer-Buch „Customer Insights" (2024). Die drei Analytics-Stufen ehrlich erklärt: Was ist passiert, was wird passieren, was sollten wir tun. Wer auf welcher Stufe steht — und warum der Sprung von 2 zu 3 schwer ist.

Die drei Analytics-Stufen ehrlich erklärt: Was ist passiert, was wird passieren, was sollten wir tun. Wer auf welcher Stufe steht — und warum der Sprung von 2 zu 3 schwer ist.

718 Wörter 3 min Lesezeit

Die drei Stufen Descriptive, Predictive und Prescriptive sind die gängige Gliederung der Analyse-Reifegrade. In der Praxis liegt der Unterschied zwischen den Stufen weniger in der Technik als in der Organisations-Reife dahinter.

Stufe 1 — Descriptive Analytics

Die Frage: Was ist passiert?

Die Arbeit: Dashboards, Reports, Zeitreihen, Ad-hoc-Analysen von historischen Daten. Der Output ist Transparenz über Vergangenheit und Gegenwart.

Typische Outputs im Marketing-Kontext:

Tools: Power BI, Looker, Tableau, Excel.

Die Wahrheit: Die meisten Unternehmen denken, sie sind auf Stufe 1 — sind aber auf Stufe 0, weil Dashboards existieren, aber niemand sie in Entscheidungen nutzt. Stufe 1 heißt nicht „Dashboards vorhanden", sondern „Dashboards werden in Geschäftsentscheidungen konsultiert".

Stufe 2 — Predictive Analytics

Die Frage: Was wird passieren?

Die Arbeit: Statistische oder ML-Modelle, die aus historischen Daten Zukunftsprognosen ableiten. Der Output ist eine Wahrscheinlichkeits-Aussage oder ein numerischer Erwartungswert.

Typische Outputs:

Tools: Python mit scikit-learn, R, H2O, Databricks, SageMaker, spezifische Tools wie lifetimes (Python, CLV).

Voraussetzungen:

Die Wahrheit: Predictive Analytics in Produktion ist deutlich seltener als in Präsentationen. Viele Organisationen haben Modelle im Notebook-Stadium, ohne produktive Verwendung. Der Stufe-2-Anspruch gilt erst, wenn Modelle im Geschäftsbetrieb konsumiert werden.

Stufe 3 — Prescriptive Analytics

Die Frage: Was sollten wir tun?

Die Arbeit: Nicht nur Prognose, sondern Handlungsempfehlung. Das Modell schlägt unter vorgegebenen Zielen und Constraints konkrete Aktionen vor — automatisch oder als Vorschlag an Menschen.

Typische Outputs:

Techniken:

Die Wahrheit: Prescriptive Analytics in Produktion ist 2026 seltener als Silicon-Valley-Folien suggerieren. Die meisten „Prescriptive"-Implementierungen sind in Wirklichkeit Predictive mit fest kodierten Handlungsregeln obendrauf. Das ist nicht weniger wertvoll, aber es ist nicht Prescriptive im engeren Sinn.

Der schwierige Sprung: Stufe 2 auf 3

Die Lücke zwischen Descriptive und Predictive ist technisch — man braucht andere Werkzeuge und Kompetenzen.

Die Lücke zwischen Predictive und Prescriptive ist organisational. Prescriptive erfordert, dass ein System oder Prozess Entscheidungen aus Prognosen ableitet — automatisch oder halbautomatisch. Das setzt voraus:

Die meisten Organisationen scheitern nicht am Modell, sondern an der Entscheidungs-Infrastruktur drumherum.

Diagnostic Analytics als Zwischenstufe

Mancherseits wird eine Zwischenstufe Diagnostic Analytics geführt: „Warum ist das passiert?". Die Antwort kommt aus Root-Cause-Analysen, Drill-Downs und Korrelations-Untersuchungen.

Ob man Diagnostic als eigene Stufe führt oder als Teil von Descriptive ist Definitionssache. Pragmatisch: Wenn deine Organisation klar zwischen „was ist passiert" und „warum" unterscheidet, macht die Zwischenstufe Sinn.

Wie du auf der Reifegrad-Leiter hochkommst

Von 0 auf 1 — Descriptive nutzen:

Von 1 auf 2 — Predictive einführen:

Von 2 auf 3 — Prescriptive einführen:

Typische Use-Cases pro Stufe im Marketing

Stufe 1: Kampagnen-Performance, CLV-Reporting, Kohorten-Analyse, Funnel-Reports Stufe 2: Churn-Modell, CLV-Prognose, Propensity-Scoring, Lead-Scoring Stufe 3: Next-Best-Action, dynamische Journey-Orchestrierung, automatisiertes Budget-Umverteilen

Häufige Fehler

Fehler 1 — Stufe überspringen. Predictive ohne solide Descriptive-Basis. Das Modell mag funktionieren, aber niemand versteht es, weil die Basis fehlt.

Fehler 2 — Tool-Etikett statt Reifegrad. „Wir haben AI-Analytics gekauft" ist keine Predictive-Reife. Reife kommt aus Nutzung, nicht aus Tool-Besitz.

Fehler 3 — Prescriptive ohne Governance. Automatische Handlungsempfehlungen ohne klare Zielfunktion und Aufsicht landen in Compliance-Problemen.

Fehler 4 — Kein Feedback-Loop. Ein Predictive-Modell, das nie überprüft wird, driftet unerkannt. Model Drift Monitoring ist Pflicht.


Verbindungen: Customer Lifetime Value als klassisches Predictive-Beispiel. Segmentierung für Descriptive-Tiefe. Predictive Analytics im Marketing für die KI-Perspektive.