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Data Products — Cover

Source-Aligned vs. Consumer-Aligned Data Products

Was unterscheidet Source-Aligned von Consumer-Aligned Data Products? Die Zonen-Logik mit dem Praxis-Setup der ZEISS Group — inkl. hybrider Zonen und Verantwortungsgrenzen.

699 Wörter 3 min Lesezeit

Source-Aligned oder Consumer-Aligned — die Unterscheidung klingt nach Data-Mesh-Theorie, entscheidet aber in der Praxis darüber, wer für welche Daten wie weit verantwortlich ist. Diese Seite erklärt beide Typen und zeigt das konkreteste Praxis-Setup, das ich im Podcast dazu gehört habe: die Data Landing Zones der ZEISS Group.

Die Theorie in zwei Sätzen

Source-Aligned Data Products sitzen nah am Quellsystem und stellen dessen Daten stabil und unverbogen bereit. Consumer-Aligned Data Products sitzen nah am Konsumenten und sind für einen konkreten Use Case gebaut.

Laura V., die bei der ZEISS Group die Data-Mesh-Journey mitgestaltet, ordnet es in ihrer Folge so ein: „laut Theorie hat man ja die Source-Aligned-Domänen und dann irgendwann die Customer-Aligned-Domänen. Die Source-Aligned-Domänen sind sehr nah an der Quelle. Die Customer-Aligned sehr dezentral, wirklich an den Fachbereichen, decken vielleicht ein paar sehr spitze Use Cases ab." (Bei ZEISS fällt auch mal „Customer-Aligned" statt „Consumer-Aligned" — gemeint ist dasselbe: der interne Daten-Kunde.)

Warum die Trennung sinnvoll ist:

Die Praxis bei ZEISS: drei Zonen statt zwei

In der Umsetzung hat ZEISS Digital Partners die Zwei-Typen-Theorie um eine Mittelschicht erweitert. Vanessa G. beschreibt es in ihrer Folge so: „Wir haben ja drei Arten von Data Landing Zones in unserem Data-Mesh-Konzept. Die Source-Aligned Data Landing Zones, die sehr nah am Source-System sind. […] dann gibt es noch diese hybriden Data Landing Zones, die sind zwischen dem Konsumenten und den Source-Systems […] Und dann gibt es auch noch die Consumer-Aligned Data Landing Zones, die sehr kundenorientiert sind, wo dann auch schon viele Quellsysteme reinkommen können."

ZoneNäheTypischer InhaltKonsument
Source-Alignedam QuellsystemRohdaten eines Systems, sauber bereitgestelltandere Domänen, hybride Zonen
Hybriddazwischenverknüpfte, angereicherte Daten mehrerer QuellenFachdomänen, Analytics-Teams
Consumer-Alignedam FachbereichUse-Case-spezifische Produkte aus vielen Quellenein konkreter Anwendungsfall

Ihr eigenes Team arbeitet Source-Aligned am Marketing-Stack: „In unserem Fall sind wir eben Source-Aligned, also wir sind sehr nah am Marketing-Tool direkt dran und unsere Kunden können dann selbstständig ihre Daten wieder mit anderen Domänen verknüpfen." Die „Kunden" sind dabei interne Kollegen der ZEISS-Gruppe — Consumer-Aligned heißt nicht Endkunde, sondern Daten-Konsument.

Die unterschätzte Pointe: Verantwortungsgrenzen

Der operative Grund, warum sich die Zonen-Logik lohnt, ist nicht Architektur-Ästhetik — es ist die Haftungsgrenze. Bei ZEISS endet die Verantwortung des Source-Aligned-Teams am Rand der eigenen Data Landing Zone: Das Team garantiert das Datenset bis zur Übergabe; ab da übernimmt der Konsument. Ohne diese Grenze skaliert das Modell nicht — sonst ist das Quell-Team plötzlich für jeden nachgelagerten Use Case support-pflichtig.

Dieselbe Logik taucht bei PowerCo auf, wenn Data Products modular gedacht werden: „Ein Dataprodukt kann ein anderes Dataprodukt konsumieren oder mehrere Dataprodukte konsumieren […] und kann dann wiederverwendet werden in einem anderen Dataprodukt" (PowerCo-Folge). Source-Aligned-Produkte sind die Basis-Bausteine dieser Kette — und ihre Wiederverwendungsrate ist bei PowerCo die zentrale Effizienz-Kennzahl.

Ehrliche Einordnung: Wie verbreitet ist das Vokabular?

Transparenz gehört zu einem Leitfaden dazu: In über 320 Podcast-Folgen mit Datenverantwortlichen ist mir das Begriffspaar Source-/Consumer-Aligned fast ausschließlich bei ZEISS begegnet — dort dafür konsequent gelebt. Die meisten Organisationen bauen faktisch dieselbe Schichtung (Quell-Produkte, angereicherte Produkte, Use-Case-Produkte), nennen sie aber anders oder gar nicht. Lass dich also nicht vom Vokabular stressen: Entscheidend ist nicht, ob du die Begriffe benutzt, sondern ob die Verantwortungsgrenzen definiert sind.

Ein pragmatischer Test für dein Setup:

  1. Kannst du für jedes Data Product sagen, ob es an einer Quelle oder an einem Use Case hängt?
  2. Ist definiert, wo die Verantwortung des bereitstellenden Teams endet?
  3. Können Konsumenten Quell-Produkte selbstständig verknüpfen — oder braucht jede Kombination ein Projekt?

Wenn du dreimal Ja sagst, hast du die Substanz der Source-/Consumer-Aligned-Logik — egal wie es bei euch heißt.

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13 Folgen von MY DATA IS BETTER THAN YOURS zu Data Products. Eine Auswahl:

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