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Podcast-Cover MDIBTY Folge 327 mit Christian Underwood, StrategyFrame.AI

Folge 327

Strategie in Tagen statt Monaten: Wie StrategyFrame.AI Roland Berger angreift

Christian Underwood über 40 KI-Agenten, warum sein Vorsprung nicht die KI ist und wie der Mittelstand endlich zur Strategie kommt

Christian Underwood

Co-Founder & CEO, StrategyFrame.AI

·58 Min. ·7 min Lesezeit

In Folge 327 von MY DATA IS BETTER THAN YOURS (MDIBTY) spricht Jonas Rashedi mit Christian Underwood (Co-Founder & CEO, StrategyFrame.AI) über 40 KI-Agenten, warum sein Vorsprung nicht die KI ist und wie der Mittelstand endlich zur Strategie kommt. Konkret: Der Moat ist die Methodik, nicht die KI.

3 Erkenntnisse aus dieser Folge

  1. 01

    Der Moat ist die Methodik, nicht die KI. StrategyFrame begann als Buch und als digitaler Prozess mit 18.000 Aufgaben — ganz ohne KI. Erst darauf wurden die Agenten gesetzt. Wer nur die KI kopiert, kopiert den einfachsten Teil.

  2. 02

    KI in der Beratung funktioniert nur mit Datendisziplin. Underwoods System darf praktisch nicht halluzinieren und muss zu jeder Aussage eine Quellenreferenz liefern. Genau diese Strenge unterscheidet ein nützliches Agentensystem von einer Blackbox.

  3. 03

    KI demokratisiert Strategie für den Mittelstand. Die Hälfte der Kunden — teils über 200 Jahre alte Unternehmen — hatte noch nie einen geschriebenen Strategieprozess. Ein bootstrapped Team von acht Leuten fordert damit die großen Beratungen heraus.

Worum es in dieser Folge geht

Christian Underwood macht gerade in der deutschen Wirtschaftspresse ordentlich Lärm. Das Handelsblatt nennt ihn den Mann, der mit seiner KI-Beratung McKinsey und Co. herausfordert — und das ist nicht völlig übertrieben. Mit StrategyFrame.AI hat er, komplett bootstrapped und ohne Investor, ein Unternehmen aufgebaut, das mit acht Mitarbeitenden und über 40 KI-Agenten bereits mehr als 100 mittelständische Kunden betreut.

Mich interessiert in dieser Folge weniger der Hype als die Substanz darunter: Wie ist dieses Agentensystem wirklich gebaut, woher kommt der eigentliche Vorsprung — und was sagt das über die Frage, wer in der KI-Welle gewinnt und wer verliert?

Die Storyline

Der bootstrapped Challenger

Die Eckdaten sind für ein selbstfinanziertes Team bemerkenswert: rund 5,5 Millionen Umsatz 2025, das Ziel, ihn 2026 zu vervielfachen — und nach einem Handelsblatt-Artikel im Oktober 2025 über tausend Anfragen.

Die Hälfte hat nie eine Strategie geschrieben

Das eigentlich Erstaunliche ist die Marktlücke: Die Hälfte der Kunden, die zu StrategyFrame kommt, hatte noch nie einen etablierten Strategieprozess — teils Unternehmen, die seit über 200 Jahren bestehen.

Strategie bringt am Ende des Tages Klarheit — auch das Wissen, was man nicht tun sollte. Das spart Nerven und Geld.

— Christian Underwood

Vom Buch zu 18.000 Aufgaben

Der Ursprung war kein KI-Tool, sondern ein Buch und eine Methodik. Underwood hat den gesamten Strategieprozess zunächst in ein digitales System gegossen — ganz ohne KI.

Erst auf diesem Fundament wurde vor rund zwei Jahren mit KI experimentiert. Der erste Agent half beim Formulieren von OKRs — etwas, womit sich Menschen erfahrungsgemäß schwertun.

Was ein Agent wirklich ist

Aus dem einen Chat-Helfer wurde eine echte Agenten-Plattform. Über einem visuellen Framework — man kann es sich wie ein Business Model Canvas vorstellen — sitzt in jedem Feld (Kundenanalyse, Marktanalyse und so weiter) ein spezialisierter Agent, der nur die relevanten Daten dieses Feldes verarbeitet. Heute orchestriert ein Lead-Agent die Anfragen, erkennt den Prozessschritt und schickt Subagenten parallel mit verschiedenen Tools los.

Keine Blackbox: 100 Prozent Quellenreferenz

Der für mich wichtigste Punkt ist die Datendisziplin. Strategie auf KI-Basis darf keine Blackbox sein:

Das ist bei uns keine Blackbox. Wir müssen immer 100 Prozent genau sein, dürfen uns fast keine Halluzinationen erlauben und müssen immer eine Quellenreferenz haben — wo kommt was her?

— Christian Underwood

Genau diese Strenge trennt ein belastbares Agentensystem von einem netten Chatbot.

Warum mich das besonders umtreibt

Mich treibt um, dass Christian die bequemste KI-Illusion entlarvt: dass man ein solches Produkt „mal eben mit KI" nachbauen könnte. Kann man nicht. Die KI ist der einfachste Teil. Das Schwere liegt davor und darunter — eine Methodik, die über Jahre gereift ist, und eine Datendisziplin, die jede Aussage mit einer Quelle belegt. Das ist der Graben, und den hebt kein Modell für dich aus.

Und es ist dieselbe Gewinner-Verlierer-Logik wie bei Carlos, bei Markus und in Bernhards Studien: KI multipliziert das, was schon da ist. Ein bootstrapped Team von acht Leuten fordert die großen Beratungen heraus — nicht weil es die beste KI hat, sondern weil es Domänen-Methodik und Datendisziplin mit KI verbindet. Die Verlierer werden die sein, die glauben, das Tool ersetze die Hausaufgabe. Sie ist die Hausaufgabe.

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